Gene Wilder bekommt ein autorisiertes Biopic. Regie führen wird Dito Montiel, der mit dem autobiografischen Drama A Guide to Recognizing Your Saints (2006) bekannt wurde. Montiel schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Jeremy Roth, der unter anderem an Love, Victor (2020) und How I Met Your Father (2022) beteiligt war. Die Lebensrechte wurden von Wilders Nachlass gesichert.
Das Erbe von Gene Wilder
Gene Wilder starb 2016 im Alter von 83 Jahren. Seine Alzheimer-Erkrankung hatte er lange aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Für viele gilt er bis heute als eine der unterschätzten Comedy-Legenden des US-Kinos. Wilder war kein Komiker, der nur Pointen ablieferte. Er konnte mit einem Blick mehr erzählen als andere mit einem ganzen Monolog.
Der Film soll Wilders Weg vom schüchternen Theaterschauspieler zu einem der bekanntesten Komiker des US-Kinos erzählen. Im Mittelpunkt stehen also nicht nur die Rollen, mit denen er Filmgeschichte schrieb, sondern auch die persönlichen Erfahrungen, Beziehungen und Konflikte, die seine Arbeit geprägt haben.
Wilder wurde durch Filme wie Frühling für Hitler (1967), Charlie und die Schokoladenfabrik (1971), Frankenstein Junior (1974), Blazing Saddles (1974) und Die Frau in Rot (1984) zu einer Ausnahmefigur der amerikanischen Komödie. Seine besten Auftritte lebten nicht davon, dass er einfach nur lustig war. Bei Wilder lag hinter der Komik fast immer etwas Nervöses und Verletzliches. Ein Blick, ein Zögern, ein Moment zu viel Freundlichkeit. Das machte viele seiner Figuren so schwer greifbar.
Genau deshalb ist ein Biopic über ihn schwieriger, als es auf den ersten Blick klingt. Wilder lässt sich nicht über Locken, Stimme und berühmte Szenen rekonstruieren. Wer ihn nur imitiert, wird zwangsläufig scheitern. Interessant wird der Film erst, wenn er versteht, warum Wilder auf der Leinwand gleichzeitig sanft, überfordert und gefährlich unberechenbar wirken konnte.
Die legendäre Mel-Brooks-Ära
Mel Brooks verstand es wie kein Zweiter, Wilders Talent zu kanalisieren. Er reduzierte ihn nicht auf den bloßen Exzentriker, sondern nutzte jene feine, melancholische Unsicherheit, aus der Wilders Figuren ihre enorme Strahlkraft zogen. Genau diese Reibung machte ihre gemeinsamen Arbeiten zu Meilensteinen der Filmgeschichte.
Montiel ist dafür keine naheliegende Prestige-Wahl, aber eine interessante. A Guide to Recognizing Your Saints erzählte autobiografisches Material rau und persönlich, ohne alles glattzuziehen. Für einen Film über Gene Wilder könnte genau das wichtig werden. Nicht, weil jedes Biopic automatisch tiefer wirkt, sobald es trauriger wird. Sondern weil Wilder selbst nie wie ein Schauspieler wirkte, der Komik als reine Pointe verstand.
Eine Besetzung wurde bislang nicht genannt. In Fan-Diskussionen fallen bereits Namen wie Paul Dano und Jeremy Allen White, zugleich spricht einiges für weniger bekannte Darsteller. Auch ein Starttermin steht noch aus.

