Netflix hat die Vorproduktion seines geplanten Hannibal-Films mit Denzel Washington und Antoine Fuqua vorerst pausiert. Das Historien-Epos befand sich noch in einer frühen Vorbereitungsphase und sollte ursprünglich im Sommer in Italien gedreht werden. Der Grund für die Unterbrechung liegt laut Variety bei Budgetfragen, die nun zwischen Studio und Produzenten geklärt werden müssen.
Eine Partnerschaft über 25 Jahre
Denzel Washington und Antoine Fuqua arbeiten seit Training Day (2001) regelmäßig zusammen. Es folgten The Equalizer (2014), The Magnificent Seven (2016), The Equalizer 2 (2018) und The Equalizer 3 (2023). Der geplante Hannibal-Film wäre ihr sechster gemeinsamer Film.
Abgeschrieben ist das Projekt damit allerdings nicht. Eine gestoppte Vorproduktion mag zwar schnell das Stigma eines Totalschadens tragen, bedeutet in Hollywood faktisch aber meistens nur eines: Der Taschenrechner hatte andere Pläne als der Regisseur. Nach derzeitigem Stand soll der Film weiterhin bei Netflix realisiert werden, sobald die finanziellen Differenzen beigelegt sind.
Washington soll in dem noch unbetitelten Film Hannibal spielen, den karthagischen Heerführer, der im Zweiten Punischen Krieg gegen Rom kämpfte und bis heute als einer der berühmtesten Militärstrategen der Antike gilt. Regie führt Antoine Fuqua, das Drehbuch stammt von John Logan, der unter anderem für Gladiator (2000) und The Aviator (2004) bekannt ist. Im Zentrum sollen entscheidende Schlachten Hannibals gegen die Römer stehen.
Für Fuqua und Washington wäre es bereits die sechste Zusammenarbeit. Den wichtigsten gemeinsamen Einschnitt ihrer Karriere markierte Training Day (2001), für den Washington seinen zweiten Oscar gewann. Zuletzt arbeiteten beide an The Equalizer 3 (2023), der ebenfalls größtenteils in Italien gedreht wurde. Die Rückkehr dorthin hätte für Hannibal also durchaus Sinn ergeben, nur diesmal offenbar mit einer deutlich größeren finanziellen Last im Gepäck.
Gerade deshalb ist diese Zwangspause so interessant. Historische Kriegsepen sind teuer, organisatorisch komplex und im Streaming-Zeitalter längst keine sichere Bank mehr. Monumentale Schlachten, der Nachbau antiker Welten, internationale Drehs und ein Star-Kaliber wie Washington lassen sich eben nicht aus der Portokasse zahlen. Netflix muss nun offenbar entscheiden, ob Hannibal das epische Ausmaß annehmen darf, das der Stoff verlangt – oder ob der Film bereits vor der ersten Klappe zurechtgestutzt wird.

