Mit Embo bringt Star Wars eine Figur zurück, die noch nie große Reden schwingen musste. Der Kyuzo-Kopfgeldjäger aus The Clone Wars trägt einen markanten Metallhut, der weit mehr ist als nur ein Accessoire, und bewegt sich zielsicher in jener Grauzone, in der Moral von der Bezahlung des Auftraggebers diktiert wird. Für sein Live-Action-Debüt in The Mandalorian & Grogu bekommt der schweigsame Krieger jedoch ein kleines, aber feines Update: Sein alter Anooba Marrok weicht einem neuen tierischen Gefährten namens Keibu.
Wer ist Embo?
Embo wurde in Star Wars: The Clone Wars eingeführt und gehört zur Spezies der Kyuzo. Sein breiter Metallhut dient nicht nur als Erkennungszeichen, sondern auch als Waffe und Schild. In der Animationsserie arbeitete er unter anderem für die Hutten, war Teil verschiedener Kopfgeldjäger-Konstellationen und trat mit seinem Anooba Marrok auf.
Genau dieses Detail macht die Sache interessant. Dave Filoni erklärte auf StarWars.com, dass Marrok zur Zeit des Films vermutlich nicht mehr am Leben sei. Deshalb habe man Embo einen neuen Hund namens Keibu gegeben. Entscheidend ist aber der Nachsatz: Filoni habe sich eine Geschichte ausgedacht, was mit Marrok passiert ist, und vielleicht könne man sie eines Tages erzählen. Das ist mehr als ein beiläufiger Kanon-Hinweis. Wenn Marrok einfach nur friedlich an Altersschwäche gestorben wäre, müsste man daraus kaum ein Geheimnis machen.
ScreenRant zieht daraus eine reizvolle Schlussfolgerung: Was, wenn Marroks Schicksal nicht nur eine kleine Lücke im Kanon ist, sondern der Ausgangspunkt für Star Wars’ eigene John-Wick-Geschichte? Embo ist Kopfgeldjäger, Marrok war sein treuer Begleiter, und Filoni scheint den Verlust nicht nur als biologische Randnotiz abzuhaken. Sollte Marrok bei einem Auftrag getötet worden sein, hätte Star Wars plötzlich die Zutaten für eine erstaunlich geradlinige Rachegeschichte: ein wortkarger Profi, ein toter Gefährte, eine Rechnung, die noch offen ist.
So eine Geschichte muss nicht als Kinofilm erzählt werden. Nach Tales of the Jedi, Tales of the Empire und Tales of the Underworld wäre ein Serienformat wie Tales of the Bounty Hunters fast zu naheliegend, um es nicht irgendwann zu versuchen. Dort könnte Lucasfilm Embo eine halbe Stunde geben, ohne gleich das nächste große Star-Wars-Ereignis daraus aufblasen zu müssen.
Noch bleibt das alles Theorie. Filoni hat keine Embo-Serie angekündigt und keine John-Wick-Variante versprochen. Aber er hat eine offene Stelle im Kanon markiert, und genau solche Lücken liebt Star Wars bekanntlich. Marrok ist nicht mehr da. Keibu schon. Dazwischen liegt eine Geschichte. Und sollte Filoni diese Geschichte wirklich erzählen wollen, könnte Embo endlich aus dem Schatten treten und die Hauptrolle übernehmen, für die er jahrelang viel zu schweigsam im Hintergrund gelauert hat.

