SCARY MOVIE 6: Anna Faris und ihr Co-Star befinden sich in einer Wohnung und wirken etwas durch den Wind.

Quelle: Paramount Pictures

„Scary Movie 6“ zerlegt das Sommer-Box-Office: Horror-Parodie schlägt „He-Man“

Die Wayans-Brüder melden sich mit Scary Movie überraschend stark zurück. Der neue Film startet in Nordamerika mit 55 Millionen US-Dollar und stellt damit sogar einen Franchise-Rekord auf.

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Von Ahmet Iscitürk

08.06.2026 - 08:01 Uhr

Das US-Sommer-Box-Office hat seinen ersten kleinen Stimmungsumschwung. Nicht durch den nächsten gigantischen Markenblockbuster, sondern ausgerechnet durch Scary Movie. Der neue Teil der Horror-Parodie-Reihe startete in Nordamerika mit geschätzten 55 Millionen US-Dollar und legte damit den besten Start der gesamten Franchise-Geschichte hin. Weltweit kam der Film zum Auftakt auf rund 105,5 Millionen US-Dollar. Für ein Franchise, das seine beste Zeit weit hinter sich hat, ist das ein sehr ordentliches Ergebnis.

Die Wayans-Brüder: Die Rückkehr der Schöpfer

Keenen Ivory, Shawn und Marlon Wayans prägten mit den ersten beiden Teilen das moderne Parodie-Kino, bevor sie das Franchise verließen. Ihre Rückkehr für Scary Movie 6 gilt als Hauptgrund für das neu entfachte Fan-Interesse und den Fokus auf den derben Humor der Originale.

Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Höhe des Einspielergebnisses, sondern auch der Gegner, den Scary Movie hinter sich ließ. Masters of the Universe kam in Nordamerika lediglich auf rund 29 Millionen US-Dollar. Weltweit waren es etwa 54 Millionen US-Dollar. Bei einem gemeldeten Produktionsbudget zwischen 170 und 200 Millionen US-Dollar ist das kein Start, der in den Chefetagen Jubel auslösen dürfte. Nostalgie allein verkauft keine Tickets, wenn ein Film nach kalkulierter Wiederbelebung riecht und ausgerechnet die Fans kaltlässt, für die er gemacht wurde.

Bei Scary Movie sieht die Rechnung anders aus. Der Film profitiert von der Rückkehr der Wayans-Brüder, die die Reihe einst mitgeprägt hatten und nun wieder sichtbar mit ihr verbunden sind. Dazu kommt ein Publikum, das offenbar weniger Berührungsängste mit grobem, direktem Parodie-Kino hat, als viele Kritiken vermuten ließen. Die Rezensionen fielen keineswegs euphorisch aus, doch das spielte am Wochenende nur eine Nebenrolle. Entscheidend war: Der Film hatte eine erkennbare Identität, ein klares Verkaufsargument und genug Social-Media-Präsenz, um aus Nostalgie wieder ein Ereignis zu machen.

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Der Erfolg fügt sich in ein größeres Muster: Horror und verwandte Genres bleiben eine der verlässlichsten Kinowährungen. Backrooms läuft weiterhin stark, Obsession ebenfalls auffällig gut, und The Amazing Digital Circus: The Last Act zeigt, dass junge Zielgruppen nicht grundsätzlich vom Kino abgewandert sind. Sie wollen nur nicht jede aufgewärmte Marke als Ereignis verkauft bekommen. Stoffe, die im Netz entstanden sind und dort bereits eine eigene Anhängerschaft aufgebaut haben, wirken derzeit oft frischer als viele teure Franchise-Wiederbelebungen. Die Annahme, nur gigantische IP-Monster könnten den Sommer retten, bekommt damit erneut Risse.

Für Hollywood ist dieses Wochenende deshalb mehr als eine nette Zahlenspielerei. Es zeigt, dass Nostalgie nicht automatisch trägt, nur weil ein bekannter Name auf dem Plakat steht. Gleichzeitig können kleinere, klarer positionierte Stoffe plötzlich mehr Aufmerksamkeit erzeugen als manche teure Franchise-Giganten. Natürlich sollte man den starken Start von Scary Movie nicht vorschnell zum Comeback-Märchen aufblasen. Entscheidend wird, ob der Film in den nächsten Tagen und Wochen weiter Publikum zieht oder ob der erste Andrang vor allem von Neugier und Nostalgie getragen war. Offiziellen Quellen zufolge spielte Scary Movie 6 in Deutschland am Startwochenende in 507 Kinos rund 5,5 Millionen US-Dollar ein.

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