In einer Szene aus „A PRIVATE LIFE“ steht Jodie Foster in einer Bibliothek und trägt einen braunen Mantel. Die Aufnahme zeigt sie von den Schultern aufwärts.

Quelle: Sony Pictures Classics / A PRIVATE LIFE Trailer

Jodie Foster über Brad Pitts „F1“: „Wurde von KI gemacht, oder?“

Die Schauspielerin hält den Rennfilm für technisch beeindruckend, aber dramaturgisch so berechenbar, dass er auch aus einem Rechner stammen könnte.

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Von Ahmet Iscitürk

03.07.2026 - 06:49 Uhr

Jodie Foster hat F1 Der Film (2025) als Beispiel dafür genannt, wie formelhaft große Hollywoodproduktionen wirken können. Beim Aspen Ideas Festival sprach die zweifache Oscarpreisträgerin mit dem Medienmanager Michael Lynton über die Zukunft der Branche. Dabei fragte sie lachend: „F1 wurde von KI gemacht, oder?“

Wer schrieb F1 Der Film?

Geschrieben hat den Film Ehren Kruger, die Geschichte entwickelte er gemeinsam mit Regisseur Joseph Kosinski. Dass beide bereits an Top Gun: Maverick (2022) gearbeitet haben, überrascht kaum: Auch dort wurde eine schablonenhafte Story mit maximalem Aufwand auf Hochglanz gebracht.

Foster betonte, ihre Bemerkung nicht abwertend zu meinen. Der Film habe schließlich ein Millionenpublikum erreicht. Seine Struktur entspreche jedoch exakt dem, was an Filmschulen gelehrt werde. Auch die Figuren sprächen ihre Sätze so, als habe ein Computer für jeden Moment die vermeintlich richtige Zeile berechnet. Gleichzeitig bescheinigte sie den Verantwortlichen, die technischen Möglichkeiten beherrscht und damit etwas Großes und eindrucksvoll Aussehendes geschaffen zu haben.

Vorhersehbarkeit lohnt sich

Foster behauptete damit nicht, dass bei der Produktion tatsächlich künstliche Intelligenz zum Einsatz kam. Ihr Vergleich zielte auf die Berechenbarkeit des Films. An den Kinokassen erwies sich diese Formel allerdings als äußerst erfolgreich: F1 Der Film spielte weltweit rund 634 Millionen Dollar ein, erhielt vier Oscar-Nominierungen und gewann den Preis für den besten Ton.

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Künstliche Intelligenz lehnt Foster dennoch nicht grundsätzlich ab. Sie sieht darin den nächsten großen technischen Umbruch nach CGI und der Digitalisierung des Kinos. Sinnvoll könne ihr Einsatz etwa bei der Vorvisualisierung von Szenen sein. Auch eine traumartige Sequenz in Rebecca Zlotowskis A Private Life (2025) wurde mit KI-Unterstützung gestaltet. Obwohl die erzeugten Bilder keinen logischen Zusammenhang ergaben, erfüllten sie für Foster genau ihren Zweck.

Problematischer sei der Einsatz, wenn Studios damit Arbeitsplätze einsparen. Schon heute würden Statisten für Massenszenen digital vervielfältigt. Gewerkschaften müssten deshalb sicherstellen, dass Schauspieler für jede weitere Verwendung ihrer Aufnahme bezahlt werden. Für Foster liegt das Problem nicht im Werkzeug, sondern darin, wer es kontrolliert und wer für seinen Einsatz bezahlt wird.

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