Disney, Universal und Warner Bros. werfen Midjourney vor, ihre bekanntesten Figuren ohne Erlaubnis verwertet zu haben. Nun will das KI-Unternehmen wissen, wie sauber die Studios selbst arbeiten. In einem neuen Antrag fordert Midjourney, interne Unterlagen über den Einsatz künstlicher Intelligenz offenzulegen.
Disney und Universal reichten ihre Klage im Juni 2025 ein, Warner Bros. folgte im September. Die inzwischen zusammengeführten Verfahren betreffen unter anderem KI-Bilder von Darth Vader, Elsa, den Minions, Batman und Superman. Midjourney beruft sich auf Fair Use und wirft den Klägern zugleich vor, intern möglicherweise vergleichbare Methoden einzusetzen.
Richter Joel Richlin hatte am 15. Juni entschieden, dass die Studios lediglich Informationen über KI-Anwendungen herausgeben müssen, die sich direkt an Verbraucher richten. Interne Werkzeuge, Trainingsdatensätze, Modellgewichte, Forschungsberichte und Präsentationen für Vorstände blieben von der Anordnung ausgenommen. Genau das möchte Midjourney ändern.
Wie nutzen Filmstudios die künstliche Intelligenz?
Anwalt Bobby Ghajar argumentiert, die interne KI-Nutzung der Studios könne für die Verteidigung seines Mandanten entscheidend sein. Sollten Disney, Universal oder Warner Bros. eigene Bildmodelle mit nicht lizenzierten urheberrechtlich geschützten Werken trainieren und für Storyboards oder die Entwicklung neuer Projekte einsetzen, könnte Midjourney dies als Beleg für eine branchenübliche Praxis anführen.
Die Studios sehen darin dagegen den Versuch, ihre internen Unterlagen nach belastendem Material zu durchsuchen und so von den eigentlichen Vorwürfen abzulenken. Ihr Anwalt David Singer betont, die Klagen richteten sich nicht gegen künstliche Intelligenz. Midjourney solle lediglich aufhören, geschützte Figuren ohne Genehmigung zu kopieren, zu verbreiten und daraus neue Werke zu erzeugen.

