Mattson Tomlin bekommt nach eigener Aussage derzeit mindestens fünfmal so viele Angebote für Videospielverfilmungen wie für Comicadaptionen. Der Autor, der gemeinsam mit Regisseur Matt Reeves das Drehbuch zu The Batman: Part II verfasst hat, sieht darin eine deutliche Verschiebung innerhalb Hollywoods.
Auslöser war eine Frage nach der seit Jahren geplanten Realverfilmung von Mega Man. Tomlin arbeitete mehrere Drehbuchfassungen aus, ist an dem Projekt inzwischen aber nicht mehr beteiligt. Ob der Film offiziell eingestellt wurde, weiß auch er nicht.
„Ich habe einige unterhaltsame Fassungen geschrieben. Einige Jahre später kam meines Wissens ein anderer Autor hinzu“, erklärte Tomlin in den sozialen Medien. Er hoffe weiterhin, dass der Film entsteht. Sein Ansatz sei emotionaler und überraschender gewesen, als es die Vorlage zunächst vermuten lasse.
Hollywood sucht seine Vorlagen zunehmend in Spielen
Tomlin hält eine spätere Umsetzung von Mega Man durchaus für möglich. Die Filmindustrie verlagere ihre Aufmerksamkeit derzeit von Comics auf Videospiele. Nach so vielen Jahren rechnet er allerdings nicht mehr damit, selbst an dem Projekt beteiligt zu werden.
Seine Einschätzung stützt Tomlin vor allem auf die Angebote, die ihn erreichen: „In diesem Jahr bekomme ich mindestens fünfmal so viele Angebote für Videospielverfilmungen wie für Comicadaptionen.“
Don’t know if it has been canceled or not but it’s definitely not on my dance card anymore. I wrote a fun set of drafts and then I believe another writer came on some years later. Hope it gets made, there was a really emotional and surprising way in.
— mattson tomlin (@mattsontomlin) July 1, 2026
Der Erfolg von Videospielverfilmungen ist vergleichsweise jung. Die vier größten Kassenschlager des Genres erschienen innerhalb der vergangenen drei Jahre.
Der Super Mario Bros. Film spielte rund 1,36 Milliarden US-Dollar ein. Der Super Mario Galaxy Film überschritt 2026 ebenfalls die Milliardengrenze. Ein Minecraft Film kam auf etwa 960 Millionen US-Dollar, Sonic the Hedgehog 3 auf mehr als 492 Millionen US-Dollar.
Bei Comicverfilmungen genügt eine bekannte Marke dagegen längst nicht mehr automatisch für einen großen Kinoerfolg. Captain America: Brave New World und Thunderbolts blieben 2025 hinter den Erwartungen zurück. Supergirl startete Ende Juni 2026 mit lediglich 68 Millionen US-Dollar weltweit und dürfte Warner Bros. einen erheblichen Verlust bescheren.
Hollywood is sort of making a shift from being comic book obsessed to video game obsessed so I wouldn’t be surprised if it sees the light of day in some form, but after so much time gone by, it’s unlikely I’ll have anything to do with it.
— mattson tomlin (@mattsontomlin) July 1, 2026
Die nächsten Spieleverfilmungen stehen bereits bereit
Nachschub ist reichlich vorhanden. Im September startet Zach Creggers neuer Resident Evil-Film, einen Monat später folgt Street Fighter. Für 2027 sind unter anderem Sonic the Hedgehog 4, The Legend of Zelda, die Fortsetzung von Ein Minecraft Film und Helldivers angekündigt.
Daneben befinden sich Verfilmungen von Elden Ring, Call of Duty, Horizon Zero Dawn, Gears of War, Death Stranding, Metal Gear Solid und Clair Obscur: Expedition 33 in unterschiedlichen Entwicklungsstadien.
Batman, Spider-Man und die Avengers werden deshalb nicht aus den Kinos verschwinden. Hollywoods Suche nach weiteren großen Marken führt inzwischen jedoch auffallend häufig nicht mehr in den Comicladen, sondern vor die Spielkonsole.

