Avengers: Doomsday - eine Gruppe Superhelden steht sich gegenüber. Zwei von ihnen geben sich die Hand.

Quelle: Marvel Deutschland / Avengers: Doomsday Trailer

„Avengers: Doomsday“ bricht Disney-Rekord und startet stark in den Vorverkauf

Der erste Trailer erreicht innerhalb eines Tages 503 Millionen Aufrufe. Gleichzeitig verkauft Disney Tickets für 16,5 Millionen US-Dollar.

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Von Ahmet Iscitürk

22.07.2026 - 10:01 Uhr

Von „Superhero Fatigue“ ist rund um Avengers: Doomsday (2026) bislang wenig zu spüren. Nach Angaben von Disney kam der erste Trailer innerhalb von 24 Stunden plattformübergreifend auf 503 Millionen Aufrufe. Damit verzeichnete er den größten Trailerstart in der Geschichte des Konzerns.

Für den branchenweiten Rekord reichte es dennoch nicht. Der erste Trailer zu Spider-Man: Brand New Day (2026) kam im März innerhalb von 24 Stunden auf 718,6 Millionen Aufrufe. Der Film gehört zwar zum MCU, wird aber von Sony Pictures ins Kino gebracht. Für Disneys eigene Rekordliste zählt er deshalb nicht. Dort übertraf Avengers: Doomsday den bisherigen Spitzenwert des Super-Bowl-Spots zu Deadpool & Wolverine (2024), der 365 Millionen Abrufe erreicht hatte.

Trailerzahlen lassen sich je nach Plattform, Werbeausgaben und Zählweise nur eingeschränkt vergleichen. Sie zeigen aber, dass Marvel seinen nächsten großen Ensemblefilm bereits fünf Monate vor dem Kinostart als cineastisches Großereignis verkaufen kann.

Vorverkauf übertrifft „Deadpool & Wolverine“

Parallel zur Veröffentlichung des Trailers begann in den USA der Vorverkauf für ausgewählte Vorstellungen am Startwochenende. Angeboten wurden zunächst Plätze in rund 1.000 Premiumkinos.

Nach Informationen von TheWrap wurden innerhalb der ersten 24 Stunden Tickets im Wert von 16,5 Millionen US-Dollar verkauft. Das entspricht ungefähr dem Doppelten dessen, was Deadpool & Wolverine am ersten Tag seines Vorverkaufs erreichte.

Die Zahlen widerlegen nicht zwangsläufig die viel zitierte „Superhero Fatigue“. Sie zeigen vielmehr, wie ungenau der Begriff inzwischen verwendet wird. Das Publikum hat sich nicht grundsätzlich von Superheldenfilmen abgewendet. Es entscheidet nur strenger, welche davon noch einen Kinobesuch rechtfertigen.

Während Filme wie Guardians of the Galaxy Vol. 3 (2023), Spider-Man: No Way Home (2021) und Deadpool & Wolverine weltweit große Erfolge feierten, blieben andere Marvel-Produktionen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Ein bekanntes Logo allein reicht nicht mehr aus.

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Avengers: Doomsday bietet allerdings genau jene Figuren und Namen, mit denen Marvel seine größten Erfolge erzielte. Robert Downey Jr. kehrt als Victor von Doom zurück, Chris Evans spielt erneut Steve Rogers und zahlreiche Darsteller aus den früheren X-Men-Filmen gehören ebenfalls zum Ensemble. Marvel verkauft damit weniger die nächste Etappe seines komplizierten Serienkosmos als ein Wiedersehen mit den größten Publikumsmagneten der vergangenen Jahre.

„Endgame“ bleibt die unerreichbare Messlatte

Der naheliegende Vergleich führt zu Avengers: Endgame (2019). Der Film spielte an seinem weltweiten Startwochenende mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar ein und kam insgesamt auf knapp 2,8 Milliarden Dollar. Allein in Nordamerika eröffnete er mit 357 Millionen Dollar. Kein anderer Kinostart hat diese Größenordnung seither erreicht.

Die Voraussetzungen waren allerdings andere. Endgame bildete den Abschluss einer jahrelangen Erfolgsserie, während Doomsday nach mehreren enttäuschenden MCU-Filmen verlorenes Vertrauen zurückgewinnen muss. Zudem trug China mehr als 600 Millionen Dollar zum Einspielergebnis von Avengers: Endgame bei. Einen vergleichbaren Anteil erreichen Hollywood-Produktionen auf dem chinesischen Markt heute nur noch selten.

Ob Avengers: Doomsday diese Größenordnung erreicht, lässt sich aus Trailerabrufen und frühen Ticketverkäufen nicht ableiten. Sie belegen aber, dass Marvel weiterhin ein weltweites Kinoereignis auslösen kann, sofern das Projekt groß genug wirkt.

Avengers: Doomsday startet am 16. Dezember 2026 in den deutschen Kinos.