Die Odyssey: Elon Musk als Odysseus mit einem Bogen in der Hand. Im Hintergrund sind das tosende Meer und ein Seeungeheuer zu sehen.

Quelle: Grok Imagine (xAI)

Elon Musk kündigt eigene KI-„Odyssee“ noch für 2026 an

Nach monatelanger Kritik an Christopher Nolans Film verspricht Musk eine „historisch korrekte“ Adaption aus Grok Imagine. Wie daraus bis Dezember ein Langfilm entstehen soll, erklärt er nicht.

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Von Ahmet Iscitürk

22.07.2026 - 10:20 Uhr

Elon Musk hat Christopher Nolans Die Odyssee (2026) monatelang wegen ihrer Besetzung angegriffen. Nun soll aus der Kritik ein eigener Film werden. Auf X erklärte Musk, Grok Imagine werde noch vor Ende des Jahres eine abendfüllende Adaption von Homers Epos erstellen.

Was Grok Imagine kann

Mit Grok Imagine lassen sich derzeit Videos von bis zu 15 Sekunden erzeugen. Die aktuelle Version generiert Bewegung, Geräusche und Sprache in einem Durchgang. Eine Funktion, die aus einem Prompt einen Langfilm erstellt, hat xAI bislang jedoch nicht vorgestellt. Denkbar ist, dass sich die bekannten Beschränkungen intern umgehen lassen. Ob daraus noch bis Ende des Jahres ein vollständiger Spielfilm entsteht, bleibt trotzdem äußerst fraglich.

„Noch vor Ende dieses Jahres wird Grok Imagine einen abendfüllenden Film über die Odyssee produzieren, der historisch korrekt ist und Homers Kunst gerecht wird“, schrieb Musk. Weitere Angaben machte er nicht. Weder eine geplante Laufzeit noch ein Veröffentlichungsweg oder beteiligte Filmschaffende sind bekannt.

Was bei Musk nach einem einfachen Plan klingt, könnte an der Realität scheitern. Die Odyssee ist ein mythologisches Epos voller Götter, Zauberinnen und Zyklopen, kein historischer Bericht. „Historisch korrekt“ gibt es hier schlichtweg nicht.

Vom KI-Clip zum Langfilm

Musk reagierte mit seiner Ankündigung auf eine mit Grok Imagine erzeugte Odyssee-Sequenz, die er auf X teilte. Wie das System bis zum Jahresende einen zusammenhängenden Langfilm mit gleichbleibenden Figuren, Schauplätzen und Dialogen erstellen soll, erklärte er nicht.

Parallel zeigte sich Musk offen für eine konventionellere Variante. Ein Nutzer schlug vor, Mel Gibson 100 Millionen US-Dollar für eine Adaption mit rekonstruierten Schiffen, Waffen und Rüstungen zu geben. Sämtliche Dialoge sollten direkt aus dem Gedicht stammen und auf Homerischem Griechisch gesprochen werden. Musk antwortete lediglich, er sei dabei.

Musks Streit mit Christopher Nolan

Ausgangspunkt von Musks Angriffen war vor allem Lupita Nyong’os Besetzung als Helena von Troja. Im Januar schrieb er, Nolan habe seine Integrität verloren. Im Mai stimmte er dem konservativen Kommentator Matt Walsh zu, der dem Regisseur unterstellte, Nyong’o nur aus Angst vor Rassismusvorwürfen besetzt zu haben.

Nolans Film hat die Debatte wirtschaftlich unbeschadet überstanden. Die Odyssee spielte an ihrem ersten Wochenende weltweit 264 Millionen US-Dollar ein und erzielte damit Nolans stärksten Start außerhalb seiner Batman-Filme. Musks Gegenentwurf besteht bislang aus einem X-Post und einem ausgesprochen sportlichen Terminplan.