Das Bild zeigt den Hammer eines Richters, der die Justiz symbolisiert, und dahinter die Waage. Es enthält außerdem typische Utensilien, die man auf einem Filmset findet, sowie KI-generierte Bilder auf der rechten Seite.

Quelle: Open AI / ChatGPT

Paramount und Warner Bros.: Richterin weist Klage von Abonnenten ab

Eine Richterin hat die Klage von fünf Abonnenten gegen den Paramount-Warner-Deal abgewiesen. Im März 2027 folgen die Verfahren von Staaten und der WGA.

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Von Tilman Kicinski

06.08.2026 - 13:06 Uhr

Eine Gruppe von Verbrauchern hatte gegen die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance geklagt. Fünf Abonnenten oder mögliche Abonnenten hatten gegen den 111 Milliarden-Deal Klage eingereicht und den Unternehmen vorgeworfen, so enormen wirtschaftlichen Schaden anzurichten. Die zuständige Richterin hat die Klage nun aber vorerst abgewiesen.

Fehlende Beweise: Schlappe für klagende Kunden

Fünf Kläger, zwei aktive Abonnenten von Paramount+ und zwei mögliche Abonnenten, sind wegen des Deals zwischen Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery vor Gericht gezogen. Sie argumentierten, dass die Übernahme enorme wirtschaftliche Folgen hätte, doch die zuständige Richterin, Araceli Martínez-Olguín, hat dies nun abgewiesen. Laut ihr hätten die Kläger nicht ausreichende Belege für diese potentiellen Schäden vorgebracht, um eine Kartellrechtsklage zuzulassen. Sie hatte ihnen aber gestattet, die Klage zu überarbeiten und erneut einzureichen.

“Die Klage enthält eine standardmäßige Behauptung von Wettbewerbsbeeinträchtigungen, wie etwa ‘geringere Qualität und Vielfalt’ sowie ‘eingeschränkte Auswahlmöglichkeiten für Verbraucher’, versäumt es jedoch, Tatsachen anzuführen, die plausibel belegen, wie diese behaupteten Beeinträchtigungen eingetreten sind oder eintreten würden”, heißt es in der Begründung. “Die Argumentation der Kläger zur Klagebefugnis läuft im Grunde darauf hinaus, dass sie Verbraucher sind, die fernsehen und ins Kino gehen, und dass ihnen daher eine Fusion zwischen Unterhaltungsunternehmen Schaden zufügen würde.”

Milliarden-Poker: Angst vor Zensur bei CNN

Im März 2027 wird Richterin Martínez-Olguín auch die Anhörung zur Übernahme leiten und der Kartellrechtsklage von zwölf Generalstaatsanwälten sowie der Writers Guild of America gegen den Deal vorsitzen. Beide Fraktionen argumentieren, dass die Fusion nicht nur wirtschaftliche Schäden zur Folge hätte, sondern auch der Industrie selbst schwere Schäden zufügen würde. Die Verhandlung beginnt am 2. März 2027.

Paramount-Skydance CEO David Ellison veröffentlichte zuletzt in der New York Times einen Artikel, in dem er meinte, dass es weniger um wirtschaftliche als um politische Folgen ginge (via Variety). Kritiker befürchten nicht nur Folgen für Industrie und Verbraucher, sondern ebenso Eingriffe in das Programm oder eine mögliche Zensur. Da zum Warner Bros.-Paket auch der Nachrichtensender CNN gehört, haben viele Kritiker Sorge um die freie Berichterstattung wegen Paramounts Nähe zu US-Präsident Donald Trump. Sowohl die US-Regierung als auch Trump selbst haben sich häufig kritisch über den Nachrichtensender geäußert.

“Ich glaube, bei diesem Kampf geht es nicht wirklich um Marktanteile”, schreibt Ellison in seinem Artikel. “Ich glaube, hinter den Schriftsätzen und Pressemitteilungen verbirgt sich eine viel einfachere Sorge: die Nachrichten. Die Frage ist, ob man mir als Verwalter von Warners CNN vertrauen kann. Was unseren Nachrichtenbetrieb angeht, habe ich nicht die Absicht, diese Unternehmen dazu zu bringen, ihre Redaktionen meinen Ansichten anzupassen. Ich bin der Meinung, dass Nachrichten auf Fakten und der Wahrheit basieren sollten.”