Das neue Poster von "Avengers: Endgame Encore" zeigt die großen Helden Marvels als verchromte Statuen. Lediglich die Infinity-Steine an Tony Starks Hand leuchten in ihren Farben.

Quelle: Disney / Marvel

“Avengers Endgame Encore”: Alles was ihr über die neue Fassung wissen müsst

“Avengers: Endgame” läuft als Encore-Cut im Kino. Hier erfahrt ihr alles über die neuen Szenen zu Dr. Doom und auch, ob sich das Kinoticket lohnt.

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Von Tilman Kicinski

15.10.2026 - 17:20 Uhr

“Avengers: Endgame” läuft derzeit in der neuen Encore-Fassung im Kino. Diese soll auf “Avengers: Doomsday” vorbereiten und einige Lücken füllen. Etwa vier bis fünf Minuten sollen im neuen Cut hinzugefügt worden sein. Was euch alles in “Endgame: Encore” erwartet und ob sich der Gang ins Kino lohnt, erfahrt ihr hier.

Lohnt sich die Rückkehr ins Kino für “Avengers Endgame Encore”?

Bevor es um die eigentlichen Szenen geht, ein kurzer Einschub meinerseits. Ich habe den Encore-Schnitt im Kino gesehen und sogar in der IMAX-Fassung. Mit einem zu teuren Ticket und Popcorn im Schoß habe ich also nach fast sieben Jahren “Avengers: Endgame” erneut im Kino gesehen und muss ehrlich sagen: Wenn es für euch nicht lebenswichtig ist, diese neuen Szenen selbst im Kino gesehen zu haben, dann lasst es lieber und spart euch das Geld.

Grund für diese neue Fassung ist das Ausscheiden von Jonathan Majors aus dem MCU und das Ende seiner Figur Kang. Nachdem dieser über verschiedene Filme und Serien als nächster großer Bösewicht aufgebaut wurde, musste nun eine neue Bedrohung gefunden werden. Diese übernimmt Robert Downey Jr., welcher in “Doomsday” Victor von Doom verkörpern wird. Damit dies aber auch kanonisch Sinn ergibt, mussten noch ein paar Weichen gestellt werden.

Robert Downey Jr. wird als Dr. Doom im Marvel Cinematic Universe enthüllt. Er trägt einen günen Umhang.
Quelle: San Diego Comic Con

“Endgame” macht immer noch viel Spaß und viele der emotionaleren Szenen treffen weiterhin ins Mark. Aber gleichzeitig werden die Probleme des Films durch den Kontext der letzten Jahre noch deutlicher. Thors Charakter-Arc und Trauma bleiben eine Lachnummer und werden nicht ernst genommen und auch im anschließenden Soloabenteuer “Love and Thunder” weiter aufs Korn genommen.

Bruce Banner und Hulk sind zu nicht mehr als einem Plot Device geworden, das je nach Belieben eingesetzt werden kann. Die kohärente Entwicklung bis “Endgame” wurde schlicht über Bord geworfen. Es gibt noch viele weitere Beispiele, aber das heißt nicht, dass “Endgame” im Kino keinen Spaß gemacht hat. Für mich hätte es nur am Ende des Tages wenig Unterschied gemacht, ob ich den Film zu Hause auf der Couch sehe und anschließend auf YouTube oder Reddit die neuen Szenen. Solltet ihr also noch überlegen, ob der Film was für euch ist, dann verzichtet lieber und spart euch das Geld für “Doomsday” auf.

Steve, Bruce und der Zusammenbruch des Multiversums

Nun aber alle neuen Szenen im Überblick. Natürlich gilt eine Spoilerwarnung! Wer also nichts über die Encore-Fassung wissen will, sollte hier aufhören zu lesen!

Fangen wir mit den wichtigsten beiden an. Denn zum einen wurde die Szene mit Steve Rogers und Peggy Carter erweitert. Während die Beiden also glückselig zusammen tanzen und sich ihres Lebens freuen, klopft es an der Tür. Während Steve sich versteckt, öffnet Peggy und steht plötzlich Loki gegenüber, der beiden seine Hilfe anbietet. Auch wenn eigentlich klar ist, dass er auch ihre braucht. Während das natürlich Caps Rückkehr für “Doomsday” ermöglicht, können wir gespannt sein, ob Peggy womöglich als Captain Carter auftreten wird.

Steve Rogers blickt Peggy Carter in die Augen, während die beiden eng umschlungen Tanzen.
Quelle: Marvel / Disney

Zudem gibt es eine neue After-Credit-Szene mit Bruce Banner. Diese spielt nach den Ereignissen von “Spider-Man: Brand New Day” und Banners Verwandlung in den Hulk. Seither hat er sich selbst in einem Keller viele Meter unter der Erde eingesperrt, damit der Hulk keinen Schaden mehr anrichten kann. Dass damit eigentlich der komplette Charakter-Arc bis einschließlich “Endgame” ignoriert wird, lassen wir einfach mal so stehen. Während Banner also an einer neuen Erfindung werkelt, hören wir plötzlich die Stimme von Dr. Doom. Dieser entführt Banner und die Kamera, die das Ganze aufgezeichnet hat, fällt um. Das Letzte, was wir in dieser Szene sehen, ist ein glühend-grüner magischer Bannkreis, der die Verbindung zu Victor von Doom bekräftigt.

Ein weitere wichtige Szene spielt in der TVA aus der “Loki”-Serie. Hier erleben Mobius, Oroboros und Casey den Zusammenbruch des Multiversums. Mehrere unterschiedliche Universen treffen aufeinander und beginnen, sich gegenseitig auszulöschen. Was zunächst nach traurigen Einzelfällen aussieht, wird schnell zu einer enormen Krise, denn innerhalb von Sekunden sind 3.000 Universen ausgelöscht worden. Unter den betroffenen Welten befindet sich auch die des Fox-X-Men-Universums.

Bruce Banner zeigt Peter Parker seinen Inhibitorchip, der ihn davon abhält zum Hulk zu werden. Im Hintergund ist ein Vorlesungssaal zu erkennen.
Quelle: Marvel / Sony

Kleine Schnipsel sind für ein Kinoticket zu wenig

Zu guter Letzt bekommen wir eine Hommage an das originale “Endgame”-Ende, bei dem die ikonischen Hammerschläge von Tony Stark zu hören waren, wie er seine erste Iron Man-Maske schmiedete. Wieder ertönen Hammerschläge und kurz blitzen Bilder eines Feuers und der Doom-Maske auf. Damit wird erneut die Parallele zwischen Tony Stark und Victor von Doom bekräftigt, die beide von Robert Downey Jr. gespielt werden.

Abseits davon gibt es winzige Änderungen, wie eine von Tonys Aussagen. Der ikonische Satz “When you mess with time, it tends to mess back” wurde erweitert. Statt des “it” wurde direkt ein zweites Mal “time” eingefügt. Ein Hinweis, dass es vor allem um alternative Zeitlinien gehen wird. Ebenfalls wurde die Szene über das Wiedersehen von Ant Man und seiner Tochter verändert. Für “Quantumania” wurde Kathryn Newton als Cassie Lang gecastet, während sie in “Endgame” noch von Emma Fuhrmann gespielt wurde.

Neben diesen vier Szenen und ähnlich unauffälligen Änderungen bietet “Endgame: Encore” kein grundlegend anderes Erlebnis. Gerade die Szene mit Banners Entführung hätte ebenso gut in “Brand New Day” sein können. Natürlich ist es nicht unbedingt überraschend, dass die Encore-Fassung vor allem mehr Geld in Disneys Kassen spülen soll, doch hatte ich trotzdem auf etwas mehr gehofft, das sich nicht ganz so sehr nach billigem Cashgrab anfühlt. Wir werden sehen, ob “Avengers: Doomsday” abliefern wird.