Nach diesem Start wäre alles andere fast fahrlässig: Backrooms soll offenbar weitergehen. Der A24-Horrorfilm von Kane Parsons eröffnete in Nordamerika mit rund 81 Millionen Dollar und kam weltweit auf etwa 118 Millionen Dollar Einspielergebnis. Für einen Film, der aus einem Internet-Mythos hervorgegangen ist und weniger als zehn Millionen Dollar gekostet haben soll, ist das ein bemerkenswerter Erfolg. Vor allem zeigt er ziemlich deutlich, dass Stoffe von YouTube-Creatorn im Kino nicht automatisch Nischenware bleiben müssen.
Was sind die Backrooms?
Entstanden als Internet-Legende auf 4chan, beschreiben die Backrooms ein beklemmendes Labyrinth aus gelben Bürofluren. Kane Parsons machte daraus mit seiner YouTube-Reihe einen viralen Horrorhit, der schließlich die Aufmerksamkeit von A24 erregte.
Offiziell ist Backrooms 2 trotzdem noch nicht. Es gibt kein grünes Licht, keine bestätigten Stars und offenbar auch noch kein festes Autorenteam. Der aktuelle Stand, den Deadline aus Branchenkreisen erfahren haben will: Kane Parsons sucht nach einem Drehbuchpartner für die Fortsetzung. Mehr gibt der Bericht derzeit nicht her. Nach dem fulminanten Kinostart dürfte A24 allerdings kaum lange darüber nachdenken müssen, ob Backrooms weitergehen soll.
Parsons hat bereits deutlich gemacht, dass Backrooms für ihn nicht mit einem Film erledigt ist. Er denkt das Universum offenbar größer, womöglich sogar als Anthologie. Das ergibt Sinn, weil die Backrooms nicht wie klassische Monster-Horrorfilme funktionieren. Eine Fortsetzung braucht hier nicht einfach mehr Kreaturen, mehr Tote und mehr Lärm. Der Kern liegt in diesem schwer greifbaren Unbehagen: Räume, die vertraut aussehen und trotzdem falsch wirken. Orte, die aussehen wie Erinnerungen an Büroflure, Keller und billige Hotelgänge, nur dass man aus ihnen vielleicht nie wieder herauskommt.
Wer ist Kane Parsons?
Der US-Amerikaner wurde mit seinem YouTube-Kanal Kane Pixels bekannt. Mit Backrooms wurde er im Mai 2026 zum jüngsten Regisseur, dessen Film auf Platz 1 der nordamerikanischen Kinocharts startete. Der bisherige Rekordhalter war Josh Trank, der diesen Erfolg 2012 mit Chronicle erreichte.
Für A24 ist das jedenfalls eine selten angenehme Ausgangslage. Backrooms hat nicht nur viel Geld eingespielt, sondern auch genau das Publikum erreicht, das Studios kaum noch zuverlässig ins Kino bekommen. Laut Bericht waren 88 Prozent der Zuschauer unter 35 Jahre alt. Zusammen mit Filmen wie Iron Lung und Obsession zeigt Backrooms, dass Internet-Horror im Kino funktionieren kann, wenn er nicht nur verlängert, sondern wirklich fürs Kino übersetzt wird.
Parsons steht vor einer delikaten Aufgabe. Die Arbeit an einem Drehbuch gleicht oft einem Puzzle. Bei Backrooms 2 ist die Kunst jedoch nicht das Zusammensetzen, sondern das radikale Weglassen. Weniger Stücke bedeuten mehr Raum für das, was im Schatten der Ungewissheit in den Köpfen der Zuschauerinnen und Zuschauer entsteht. Parsons muss die Backrooms erweitern, ohne das Mysterium zu entzaubern. Lore ist hier kein Fundament, sondern der sichere Untergang der Spannung. Die Essenz der Backrooms liegt in ihrem unerklärlichen Ursprung.

