The Odyssey: Matt Damon als Odysseus setzt sich seinen Helm auf.

Quelle: Universal Pictures / The Odyssey Trailer

Christopher Nolan widerspricht Matt Damon und rechnet mit „KI-Müll“ ab

Matt Damon fürchtet, dass Hollywood Filme wie „Die Odyssee“ bald nicht mehr finanziert. Christopher Nolan hält diese Sicht für zu pessimistisch.

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Von Ahmet Iscitürk

14.07.2026 - 14:46 Uhr

Matt Damon blickt auf Die Odyssee mit einer Mischung aus Stolz und Abschiedsschmerz. Während der Dreharbeiten habe er das Gefühl gehabt, noch einmal jene Art von Hollywoodproduktion zu erleben, mit der seine Karriere begann: große Ensembles, reale Schauplätze und eine Crew, die für den Film um die Welt reist. Weil Studios solche Vorhaben seiner Einschätzung nach künftig kaum noch finanzieren werden, bezeichnete er Nolans Epos als seine womöglich letzte Gelegenheit für einen Film dieser Größenordnung.

Was ist „AI Slop“?

„AI Slop“ bezeichnet massenhaft erzeugte KI-Inhalte, die billig, austauschbar oder fehlerhaft wirken. Der Ausdruck verbreitete sich vor allem in sozialen Netzwerken und wird für Bilder, Videos, Texte und Musik verwendet, bei denen Quantität wichtiger ist als Qualität.

Christopher Nolan versteht die Sorge, lehnt den Abgesang aber ab. Es sei tatsächlich lange her, dass ein Regisseur mit Tausenden Beteiligten an Originalschauplätzen durch mehrere Länder zieht. Daraus zu schließen, dass diese Art des Filmemachens verschwindet, hält er jedoch für zu pessimistisch. Das Kino sei weiterhin lebendig, verändere sich und werde von jungen Filmschaffenden weiterentwickelt.

Nolan glaubt an die Geduld des Publikums

Als Beleg verweist Nolan auf die überraschenden Erfolge von Backrooms und Obsession. Beide Filme erzählen bewusst rätselhaft und verlangen ihrem Publikum mehr Aufmerksamkeit ab als die nächste algorithmisch glattgezogene Franchise-Fortsetzung. Teile von Backrooms erinnerten ihn sogar an David Lynch in dessen unzugänglichsten Momenten.

Für Nolan widerlegen solche Erfolge die pauschale Annahme, jüngere Zuschauer könnten sich nicht mehr auf längere oder anspruchsvollere Filme einlassen. Entscheidend ist nicht die Laufzeit, sondern ob ein Film das Publikum tatsächlich erreicht. Die Aufmerksamkeitsspanne stellt nur dann ein Problem dar, wenn der Film nichts bietet, das diese Aufmerksamkeit verdient.

Junge Zuschauer erkennen „KI-Müll“

Auch bei künstlicher Intelligenz vertraut Nolan auf das Urteil des Publikums. Noch nie habe er erlebt, dass Techkonzerne und Investoren eine neue Technologie so entschlossen vorantreiben, obwohl sie von großen Teilen der Öffentlichkeit derart deutlich abgelehnt wird.

Besonders junge Menschen würden künstlich erzeugte Massenware schnell als solche erkennen. Seine eigenen Kinder reagierten auf „AI-Slop“ sofort und ausgesprochen kritisch. Sie seien mit den Mechanismen und der Bildsprache des Internets so vertraut, dass sie KI-Inhalte rasch durchschauten.

Für vollständig nutzlos hält Nolan die Technik dennoch nicht. Er widerspricht jedoch der Vorstellung, KI könne Menschen und ihre Kreativität ersetzen. Im Film gebe es zudem einen gegenläufigen Trend: Nach Jahren immer virtuellerer Produktionen wachse das Interesse an realen Schauplätzen, physischen Kulissen und handwerklich erzeugten Bildern.

Die Odyssee startet am 16. Juli 2026 in den deutschen Kinos. Das Einspielergebnis wird zeigen, wie viele Zuschauer ein derart aufwendig produziertes Epos heute noch ins Kino lockt.