Der Trailer zu Death Boom (2026) ist erschienen. Die Dokumentation von Jessica Chandler beschäftigt sich mit einer Branche, über die selten gesprochen wird, obwohl am Ende jeder mit ihr zu tun bekommt: der Bestattungsindustrie. Der Film feiert seine Weltpremiere am 9. Juni 2026 beim Tribeca Festival in New York.
Das Geschäft mit dem Tod
Branchenanalysen schätzen den weltweiten Markt für Death-Care-Services auf weit über 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die Dokumentation Death Boom setzt genau hier an. Sie beleuchtet nicht nur die Überlastung dieses Systems, sondern auch seine ökonomischen Hintergründe: Wer verdient daran, dass wir den Tod so erfolgreich verdrängen?
Im Zentrum steht die sogenannte Death-Care-Industrie, also jener milliardenschwere Markt, der rund um Sterben, Bestattung, Trauer und letzte Entscheidungen entstanden ist. Death Boom setzt bei einer absehbaren Entwicklung an: Die alternde Babyboomer-Generation wird in den kommenden Jahren für eine stark wachsende Zahl an Todesfällen sorgen. Die Frage des Films lautet deshalb nicht nur, wie Menschen sterben wollen. Sie lautet auch, ob die bestehenden Systeme überhaupt darauf vorbereitet sind.
Die offizielle Beschreibung spricht von überfüllten Leichenhallen, leeren Kassen und einer kaputten Milliardenbranche. Sterben ist in Death Boom keine rein private Angelegenheit, sondern auch ein logistisches, finanzielles und ökologisches Problem. Zwischen klassischen Beerdigungen, Einäscherungen und neuen Alternativen untersucht der Film, wer an den bestehenden Strukturen verdient und warum sich viele seltsame Abläufe so lange gehalten haben.
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Mehr InformationenEli Roth übernimmt die Erzählerrolle und ist auch selbst in der Dokumentation zu sehen. Das ist eine interessante Wahl, weil Roth mit Filmen wie Cabin Fever (2002) sonst eher im inszenierten Horror zuhause ist. Bei Death Boom liegt der Schrecken nicht in Kunstblut oder Jump Scares, sondern in einem System, das Menschen oft genau dann begegnet, wenn sie am wenigsten Kraft für schwere Entscheidungen haben.
Produziert wird Death Boom unter anderem von Leonardo DiCaprio, Jennifer Davisson, Phillip Watson, Sean McKittrick und Raymond Mansfield. Für Regisseurin Chandler ist es die zweite Dokumentation nach A Fine State This Is (2003), in der sie sich mit der Künstlerin Fargo Deborah Whitman und deren Erfahrung mit dissoziativer Identitätsstörung beschäftigte.
Die neue Dokumentation möchte die Ökonomie des Sterbens offenlegen, aber auch zeigen, welche Alternativen möglich sind. Genau darin liegt die eigentlich spannende Frage: Es geht nicht um den Tod selbst, sondern darum, warum wir den Umgang damit so lange einer Branche überlassen haben, die zuvor kaum jemand kritisch betrachtet hat. Ein deutscher Starttermin für Death Boom ist bislang nicht bekannt.

