Samantha Morton sitzt im Studio des Podcasts Happy Sad Confused. Hinter ihr steht eine Pflanze und vor ihr ist ein Mikrofon zu sehen.

Quelle: Happy Sad Confused-Podcast

Trotz “Die Odyssee”-Erfolg: Samantha Morton findet seit einem Jahr keine Rollen

Obwohl Samantha Morton als Circe in “Die Odyssee” glänzte, wartet sie seit einem Jahr auf neue Rollen. Auch das Aus im Film “Her” beschäftigt sie noch heute.

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Von Tilman Kicinski

05.08.2026 - 14:20 Uhr

Als Circe hat Samantha Morton eine der eindrucksvollsten Schauspielleistungen im Film “Die Odyssee” vollbracht. Die Zauberin verwandelt die Crew des Odysseus in Schweine, bevor es ihm gelingt, sie zu retten. Die Szene ist, Nolan-typisch, visuell beeindruckend und verstörend zugleich. Der starke Einsatz praktischer Effekte machte Mortons kurzen Auftritt so zu einem überaus erinnerungswürdigen. Trotz dieses einprägsamen Auftritts erklärte die Schauspielerin nun, dass sie dennoch seit einem Jahr keine neue Arbeit gefunden hat. Grund für sie ist ihr Alter sowie das Talent ihrer Kollegen in der Filmbranche.

Keine Job-Magie: Harte Realität in Hollywood

“Ich habe seit den Dreharbeiten zu ‘Die Odyssee’ ein Jahr lang nicht gearbeitet, weißt du, und ich habe zwar wirklich gute Agenten und einen Manager, aber letztendlich bin ich nun mal 49”, erklärt Samantha Morton im Podcast “Happy Sad Confused”. “Ich glaube zwar, dass ich eine gute Schauspielerin bin, [aber] es gibt noch andere gute Schauspieler da draußen. Verstehst du, was ich meine? Die Branchenpolitik hat sich also massiv verändert.”

Dass Nolan ihr die Rolle der Circe angeboten hatte, gab Morton ursprünglich “Hoffnung und Zuversicht, dass man, wenn man dranbleibt, weiterhin gute Arbeit leistet und die richtigen Leute das erkennen, vielleicht weiterarbeiten kann”.

Die Schauspielerin blickt dabei auf eine umfangreiche Karriere zurück. Sie spielte unter anderem in Steven Spielbergs “Minority Report” mit und übernahm auch Rollen in “The Walking Dead”, „Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind” sowie in “The Whale”.

Verlorene KI-Stimme als bitterer Rückschlag

In einem Interview mit Variety erinnerte sie sich an den überwältigenden Moment, als sie die Rolle bekam: “Als ich den Anruf bekam, musste ich weinen. Dann hatten wir ein Kennenlerngespräch, und ich habe das Drehbuch gelesen. Aber ich wusste nicht, ob es weitergehen würde. Als er dann anrief und fragte: ‘Möchtest du die Rolle übernehmen?’, war ich völlig überwältigt. Er hätte jeden auf der Welt haben können, und er hat mich ausgewählt.”

Im weiteren Verlauf des Podcasts erinnert sie sich auch an die schmerzhafte Umbesetzung in “Her”. Hier sprach sie ursprünglich die Chat-KI Samantha, bevor sie in der Post-Produktion durch Scarlett Johansson ersetzt wurde. Für sie war das einer der Tiefpunkte ihrer Karriere.

“Ich muss sagen, ich finde, meine Version von Samantha war sehr … sie ist Britin. Es war einfach ganz, ganz anders. Und ich finde, Scarlett Johansson hat eine wunderschöne Stimme. Sie ist unglaublich ausdrucksstark. Es ist, weißt du … Ich habe es verstanden, aber ich war traurig … Es tut schon weh, wenn man aus einem Projekt gefeuert wird oder schon vorher. Ich weiß nicht. Was ich mir gewünscht hätte, wäre eine weitere Chance im Aufnahmestudio gewesen, um einen amerikanischen Akzent zu sprechen. Aber ich denke, weißt du, Scarlett Johansson! Ich meine, komm schon.”