Kiki's Delivery Service: die Zeichentrickfigur Kiki lächelt in die Kamera und hat eine rote Schleife im Haar.

Quelle: Studio Ghibli

„Kikis kleiner Lieferservice“ wird zur Realserie: BBC Studios adaptiert die Kultgeschichte

Die erste Realserie über die junge Hexe Kiki entsteht als britisch-japanische Koproduktion. Hayao Miyazakis Studio-Ghibli-Film dient allerdings nicht als Vorlage.

Foto des Autors

Von Ahmet Iscitürk

16.06.2026 - 12:06 Uhr

Die kleine Hexe Kiki steigt wieder auf ihren Besen. BBC Studios Kids & Family entwickelt gemeinsam mit der britischen Produktionsfirma Wheel in Motion und dem japanischen Medienkonzern Kadokawa eine Realserie nach Eiko Kadonos Kinderbuchreihe Kikis kleiner Lieferservice.

Nicht Kikis erste Realverfilmung

Die kommende Produktion ist die erste Realserie nach Eiko Kadonos Büchern, aber nicht deren erste Umsetzung mit realen Darstellern. Bereits 2014 erschien in Japan der Kinofilm Kikis kleiner Lieferservice. Regie führte Takashi Shimizu, der vor allem durch die Horrorreihe Ju-on bekannt wurde. Fūka Koshiba spielte darin die junge Hexe. Auch dieser Film basierte direkt auf Kadonos Romanen und nicht auf Hayao Miyazakis Anime.

Geplant sind zehn jeweils halbstündige Episoden. Die Handlung soll sich vor allem am ersten Band der insgesamt sechs Bücher orientieren. Damit handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Realverfilmung des gleichnamigen Studio-Ghibli-Klassikers von Hayao Miyazaki.

Im Mittelpunkt steht die 13-jährige Kiki, die nach alter Hexentradition ihr Elternhaus verlässt und in die Hafenstadt Koriko zieht. Gemeinsam mit ihrem schwarzen Kater Jiji versucht sie dort, ein eigenständiges Leben aufzubauen. Da ihre magischen Fähigkeiten bislang weitgehend auf das Fliegen beschränkt sind, gründet sie einen Lieferdienst und findet allmählich ihren Platz in der fremden Stadt.

Das Drehbuch schreibt Irena Brignull. Die britische Autorin war bereits an den Drehbüchern zu Die Boxtrolls (2014), Skellig (2009) und Der kleine Prinz (2015) beteiligt. Wer die Serie inszenieren und Kiki spielen wird, steht bislang nicht fest. Auch ein Sender, ein Veröffentlichungstermin und der Beginn der Dreharbeiten wurden noch nicht genannt.

Die Autorin ist zuversichtlich

Eiko Kadono begrüßte die neue Adaption. Kiki stehe kurz davor, „zu einem weiteren Abenteuer in einer neuen Welt aufzubrechen“, erklärte die inzwischen 91-jährige Autorin. Sie sei überzeugt, dass daraus eine großartige Serie werde, und freue sich darauf, Kikis Geschichte in neuer Form auf dem Bildschirm zu sehen.

Kadono veröffentlichte den ersten Roman 1985. Ihre sechsbändige Reihe begleitet Kiki über einen deutlich längeren Zeitraum als Miyazakis Film und erzählt von ihrem Leben zwischen dem 13. und 35. Lebensjahr. Die geplante Serie könnte der Geschichte daher erstmals den Raum geben, auch spätere Abschnitte aus Kikis Leben zu adaptieren. Zunächst konzentrieren sich die Produzenten jedoch auf ihre Ankunft in Koriko.

Für viele Zuschauerinnen und Zuschauer bleibt Kiki untrennbar mit Kikis kleiner Lieferservice (1989) verbunden. Miyazakis Film machte die Figur international bekannt und zählt zu den beliebtesten Produktionen von Studio Ghibli. Die neue Serie steht damit vor einer heiklen Aufgabe: Sie muss eine vertraute Geschichte neu erzählen, ohne lediglich die Bilder eines Animationsklassikers nachzustellen.

Schreibe einen Kommentar