Ted Danson sitzt im Podcast-Studio. Vor ihm befindet sich ein Mikrofon.

Quelle: Who's With Me? with W. Kamau Bell Podcast

Ted Danson entschuldigt sich erneut für Blackface-Auftritt bei Whoopi-Goldberg-Roast

Mehr als 30 Jahre nach dem umstrittenen Friars-Club-Abend spricht Ted Danson offen über seinen Auftritt in Blackface und nennt ihn heute arrogant, dumm und verletzend.

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Von Ahmet Iscitürk

05.06.2026 - 10:03 Uhr

Ted Danson hat sich erneut für einen der berüchtigtsten Momente seiner Karriere entschuldigt. In W. Kamau Bells Podcast Who’s With Me? sprach der Schauspieler über seinen Blackface-Auftritt bei einem Friars-Club-Roast für Whoopi Goldberg im Jahr 1993. Danson und Goldberg waren damals ein Paar, ihre Beziehung stand bereits vor dem Ende. Der Abend sollte als interne Comedy-Veranstaltung funktionieren. Tatsächlich wurde daraus ein öffentlicher Skandal, der Danson bis heute begleitet.

Warum der Fall bis heute relevant ist

Blackface ist eine rassistische Bühnentradition, bei der weiße Darsteller Schwarze Menschen karikierten. Dass Danson 1993 bei einem Roast in Blackface auftrat, sorgte deshalb für viel Wirbel. Er hat den Auftritt jedoch nie schöngeredet, sondern seinen Fehler eingestanden, Verantwortung übernommen und die verletzende Wirkung anerkannt.

Bei dem Roast trat Danson in Blackface auf und lieferte eine Nummer mit rassistischen Beleidigungen und derben sexuellen Anspielungen. Schon während des Auftritts kippte die Stimmung. Der US-Star Montel Williams verließ die Veranstaltung, auch der damalige New Yorker Bürgermeister David Dinkins reagierte scharf. Danson sagt heute, er habe geglaubt, mit einer Art Performance-Theater etwas über Rassismus, Boulevardjournalismus und seine Beziehung zu Goldberg sagen zu können. Genau darin liegt rückblickend der Kern seines Fehlers: Er verwechselte Absicht mit Wirkung.

Danson spricht in dem Podcast nicht von einem Missverständnis, das man endlich richtig erklären müsse. Er nennt seine Entscheidung arrogant, dumm und verletzend. Seine damalige Logik beschreibt er sinngemäß so: Er sei kein Stand-up-Comedian gewesen, habe aber eine besonders harte Roast-Nummer liefern wollen. Weil schwarze Comedians Dinge sagen konnten, die er nicht sagen konnte, kam er auf die Idee, in Blackface aufzutreten.

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Whoopi Goldberg verteidigte Danson damals öffentlich. Danson sagt nun aber selbst, sie hätte überhaupt nicht in diese Lage gebracht werden dürfen. Für ihn sei entscheidend, dass seine Absicht nichts an der Wirkung ändere. Genau dieser Satz macht seine neue Entschuldigung relevanter als die übliche Prominenten-Reue nach einem peinlichen Archivfund: Danson versucht nicht, den Auftritt aus der Zeit heraus sauberzureden. Er sagt, dass Menschen den Clip heute sehen und sich verletzt, wütend oder betrogen fühlen können. Und dass er dafür verantwortlich bleibt.

Dass der Fall mehr als drei Jahrzehnte später wieder Thema ist, zeigt auch, wie wenig sich bestimmte Kulturdebatten tatsächlich erledigen. Blackface ist nicht einfach ein peinlicher Ausrutscher aus einer anderen Comedy-Epoche. Es ist eine rassistische Darstellungsform mit langer, entwürdigender Geschichte.

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