THE SOCIAL RECKONING: Jeremy Strong als Mark Zuckerberg sitzt vor dem US-Kongress.

Quelle: Sony Pictures Entertainment

Erster Trailer zu „The Social Reckoning“: Aaron Sorkin rechnet mit Facebook ab

Jeremy Strong übernimmt die Rolle von Mark Zuckerberg, Mikey Madison spielt Whistleblowerin Frances Haugen: Der neue Film zum sozialen Netzwerk setzt nicht beim Harvard-Mythos an, sondern bei Facebooks späterer Macht.

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Von Ahmet Iscitürk

10.06.2026 - 16:35 Uhr

Aaron Sorkin kehrt zu Facebook zurück. Nicht mit einer direkten Fortsetzung von The Social Network (2010), sondern mit einem Film, der den Mythos vom jungen Tech-Genie endgültig in die Gegenwart zieht. Der erste Trailer zu The Social Reckoning zeigt Jeremy Strong als Mark Zuckerberg, der sich nicht mehr als Wunderkind aus dem Studentenwohnheim versteht, sondern als Mann an der Spitze eines globalen Machtapparats.

Was sind die Facebook Files?

The Facebook Files ist eine investigative Recherche-Reihe des Wall Street Journal aus dem Jahr 2021. Grundlage waren interne Dokumente, die Whistleblowerin Frances Haugen weitergab. Die Berichte zeigten, was Facebook über problematische Folgen der eigenen Plattform wusste. Dazu gehörten Erkenntnisse zu Instagram und Jugendlichen, prominenten Nutzerkonten, politischer Polarisierung und zweifelhaften Empfehlungsalgorithmen.

Die Geschichte basiert auf der Recherche-Reihe The Facebook Files des Wall Street Journal. Darin ging es um interne Dokumente, die zeigten, was Facebook über die Folgen seiner Plattform wusste und was davon nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollte. Im Zentrum des Films stehen Whistleblowerin Frances Haugen und Journalist Jeff Horwitz. Haugen wird von Mikey Madison gespielt, die für Anora (2024) den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewann. Jeremy Allen White übernimmt die Rolle von Horwitz.

Im Trailer bereitet sich Zuckerberg auf eine Aussage vor dem US-Kongress vor. Strong spielt ihn nicht als Wiedergänger von Jesse Eisenbergs Version aus The Social Network, sondern offenbar als ältere, härtere Variante derselben Figur: weniger Start-up-Nervosität, mehr institutionelle Kälte. Genau darin liegt der interessante Bruch. David Finchers Film erzählte 2010 noch von Ehrgeiz, Verrat und der Geburt eines digitalen Imperiums. The Social Reckoning setzt dort an, wo aus dieser Gründungsgeschichte längst eine politische, gesellschaftliche und moralische Belastungsprobe geworden ist.

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Sorkin schreibt und inszeniert den Film selbst. Sein letzter Spielfilm als Regisseur war Being the Ricardos (2021) mit Nicole Kidman. Neben Strong, Madison und White gehören Wunmi Mosaku, Bill Burr und Betty Gilpin zum Ensemble. Sorkin bezeichnete den Film bereits als eine David-gegen-Goliath-Geschichte.

Der Vergleich mit The Social Network wird sich trotzdem nicht vermeiden lassen. Finchers Film spielte weltweit rund 224 Millionen US-Dollar ein und gewann drei Oscars, darunter den für Sorkins adaptiertes Drehbuch. The Social Reckoning steht vor einer anderen Aufgabe: Der Film muss nicht mehr erklären, wie Facebook groß wurde. Er muss zeigen, was aus einem Unternehmen wird, wenn seine Plattform längst größer ist als viele politische Kontrollmechanismen.

In den USA soll The Social Reckoning am 9. Oktober 2026 starten, in Deutschland voraussichtlich bereits einen Tag früher am 8. Oktober 2026.

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