Rainn Wilson bezweifelt, dass eine Serie wie The Office (2005) heute noch entstehen könnte. Der Darsteller von Dwight Schrute hält den Humor der erfolgreichen NBC-Sitcom für zu politisch inkorrekt und vermisst genau diese Reibung.
Das steckt hinter The Office
Die amerikanische Serie basiert auf der gleichnamigen britischen BBC-Sitcom von Ricky Gervais und Stephen Merchant. Greg Daniels übertrug das Konzept für NBC in die USA und verlegte die Handlung zur Papierfirma Dunder Mifflin in Scranton, Pennsylvania.
„Ich glaube nicht, dass man The Office heute noch machen könnte“, erklärte Wilson in einem Interview mit Fox News. Es sei inzwischen zu schwierig, ähnlich politisch inkorrekt zu erzählen wie damals. „Und irgendwie vermisse ich das.“
Ein großer Teil des Humors lebte davon, dass Figuren wie Dwight Schrute und Michael Scott regelmäßig Grenzen überschritten. Steve Carells Michael war kein Sprachrohr zweifelhafter Ansichten, sondern ein selbstverliebter Chef ohne jedes Gespür für seine Mitmenschen. Die Serie erklärte sein Verhalten nicht für richtig oder falsch. Komisch wurde es gerade durch die Reaktionen derer, die seine Dummheiten ertragen mussten.
Wilson glaubt allerdings, dass selbst diese Einordnung heute nicht mehr ausreichen würde. Die Autoren hätten Michael bewusst als begriffsstutzig und vollkommen frei von Selbstreflexion angelegt. Dadurch habe die Serie zahlreiche unangemessene Situationen ausreizen können. In der gegenwärtigen Fernsehlandschaft würde man damit seiner Einschätzung nach trotzdem nicht mehr durchkommen.
Was darf Comedy?
Ganz neu ist diese Kritik nicht. Bereits 2025 sprach Wilson über die Doppelfolge „A Benihana Christmas“ aus der dritten Staffel. Darin bringen Michael und Andy zwei asiatisch-amerikanische Kellnerinnen zur Weihnachtsfeier mit. Weil Michael die beiden Frauen nicht auseinanderhalten kann, markiert er den Arm einer von ihnen mit einem Filzstift.
Wilson bezeichnete die Szene rückblickend als erschreckend. Die Figuren seien ahnungslos, unsensibel, rassistisch und sexistisch gewesen. Gerade darin habe die satirische Idee der Serie gelegen: The Office zeigte Menschen, die ständig das Falsche sagen, ohne ihre eigene Beschränktheit zu bemerken. Manche Szenen gingen aus heutiger Sicht dennoch sehr weit.
Auch Jenna Fischer und Angela Kinsey äußerten sich bereits kritisch zu der Weihnachtsfolge. Die Darstellerinnen von Pam und Angela erklärten in ihrem Podcast Office Ladies, dass solche Drehbücher heute vermutlich nicht mehr geschrieben würden.
Der Humor von The Office bestand nicht einfach aus Beleidigungen, sondern aus der präzisen Demontage jener Figuren, die sie aussprachen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob heutige Serien weniger dürfen, sondern ob ihr Humor klar genug erkennen lässt, auf wessen Kosten gelacht wird.
Die amerikanische Version von The Office lief von 2005 bis 2013 über neun Staffeln. Mit The Paper (2025) wird das Mockumentary-Universum inzwischen fortgesetzt. Das Spin-off begleitet die Redaktion einer angeschlagenen Lokalzeitung in Ohio und wurde bereits um eine zweite Staffel verlängert.

