Elon Musk hat Uwe Bolls neuen Actionfilm Citizen Vigilante (2026) über seinen X-Account verbreitet. Der vollständige Film war dadurch für Musks mehr als 240 Millionen Follower kostenlos abrufbar. Nach rund 48 Stunden funktionierte der Link nicht mehr.
Armie Hammers Rückkehr
Armie Hammers Karriere brach 2021 nach Vorwürfen sexueller Gewalt weitgehend zusammen. Der Schauspieler bestritt die Anschuldigungen. Die Staatsanwaltschaft von Los Angeles entschied 2023, keine Anklage zu erheben. Nach dem Western Frontier Crucible ist Citizen Vigilante sein zweiter veröffentlichter Spielfilm seit den Vorwürfen.
In den USA ist Citizen Vigilante bereits seit dem 19. Juni im Kino und auf Video-on-Demand-Plattformen erhältlich. In Deutschland verweigerte die FSK dem Film dagegen eine Altersfreigabe. Ein ausdrückliches Verbot ist das nicht, der reguläre Vertrieb wird dadurch jedoch erheblich eingeschränkt.
Armie Hammer spielt den wohlhabenden Amerikaner Sanders, der in Europa lebt und das Vertrauen in Polizei und Justiz verloren hat. Daraufhin beginnt er, Gewalttäter, Vergewaltiger und korrupte Amtsträger zu ermorden. Viele seiner Opfer sind Migranten. Während ihn die Behörden jagen, wird Sanders in den sozialen Medien als Held gefeiert.
Die Kritiker sind sich ungewöhnlich einig
Die Zahl der professionellen Rezensionen ist bislang überschaubar. Dafür fällt das Urteil bemerkenswert eindeutig aus. Rotten Tomatoes führt derzeit fünf Kritiken, von denen keine positiv ist.
Todd Gilchrist bezeichnete Citizen Vigilante in Variety als gewalttätigen, zusammenhanglosen und moralisch bankrotten Exploitationfilm. Das Ergebnis sei derart schlecht, dass es Armie Hammers geplantes Comeback eher beschädigen als unterstützen dürfte.
Auch die übrigen Kritiken fielen nahezu durchweg vernichtend aus. Bemängelt werden unter anderem die verworrene Handlung, der leblose Hauptdarsteller, die aufdringliche Musik und eine Inszenierung, die ihre politischen Aussagen weder hinterfragt noch verständlich ausarbeitet. Blu-ray.com vergab die Note F und nannte den Film dumm und orientierungslos. Ready Steady Cut kam auf einen halben von fünf Punkten.
In Review Online kritisierte neben den ausländerfeindlichen Aussagen auch die hektische Montage, die Kameraführung und die Dialoge. Selbst die konservative National Review konnte Bolls Selbstjustizfantasie wenig abgewinnen. Der Film wolle zugleich konservativ und gefährlich wirken, sei aber zu einfältig, um eines von beidem zu erreichen.
Das Publikum urteilt bislang erheblich freundlicher. Bei Rotten Tomatoes liegt die Zustimmung nach mehr als 2.500 Nutzerbewertungen derzeit bei 94 Prozent. Die professionellen Kritiker sehen in dem Film einen misslungenen und politisch fragwürdigen Actionthriller. Viele Nutzer feiern offenbar genau jene Botschaft, die den Kritikern besonders sauer aufstößt.
„Citizen Vigilante“ wurde in Deutschland nicht verboten
Mehrere internationale Medien bezeichnen Citizen Vigilante als in Deutschland verbotenen Film. Das entspricht nicht ganz der Wahrheit. Die FSK hat keine rechtliche Handhabe, einen Film zu verbieten, sondern verweigerte ihm lediglich eine Alterskennzeichnung.
Ohne FSK-Freigabe kann der Film nicht regulär beworben und nur unter strengen Einschränkungen vertrieben oder öffentlich vorgeführt werden. Der Verkauf an Erwachsene nach einer Altersprüfung und Vorführungen vor ausschließlich volljährigem Publikum bleiben grundsätzlich möglich. Die Erfolgsaussichten schmälert das dennoch erheblich.
Uwe Boll bezeichnet die Entscheidung als Zensur und kündigte rechtliche Schritte gegen die FSK an. Von einem Nachfolger hält ihn der Streit nicht ab. Der Regisseur stellte bereits Citizen Vigilante 2 für 2027 in Aussicht.

