Seit der Bürgschaftsforderung seitens Paramount ist einiges passiert. Die vielseits diskutierte Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery hat einen kritischen Punkt erreicht. Die zwölf Generalstaatsanwälte sowie Vertreter der Medienriesen haben eine Einigung erlangt. Nun wurde der Vergleich geprüft und offene Fragen müssen noch geklärt werden. Die zuständige Richterin Araceli Martínez-Olguín müsste diesen Auflagen nur noch zustimmen und die Fusion würde erfolgreich sein. Die Kartellrechtsanhörung im März 2027 würde nicht mehr stattfinden.
Fünf-Jahres-Plan soll die Wogen glätten
Der 111 Milliarden Dollar-Deal zwischen Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery scheint langsam zu einem Abschluss zu kommen. Am 21. September trafen sich Vertreter der beiden Medienfirmen und die zwölf Generalstaatsanwälte, die Klage gegen die Fusion eingereicht hatten. Auslöser dafür war die Forderung nach 1,88 Milliarden Dollar als Bürgschaft. Paramount hatte sich zu einer täglichen Gebühr verpflichtet, die ab dem 30. September fällig wird, sollte der Deal bis dahin nicht abgeschlossen sein.
Durch die Kartellrechtsverhandlung, die im März 2027 gestartet wäre, hätte sich die Summe auf etwa 1,8 Milliarden Dollar belaufen. Diese sollten nun die Generalstaatsanwaltschaft der zwölf Bundesstaaten sowie die Nebenkläger, die Writers Guild of America, tragen. Nun haben sich beide Seiten getroffen und eine vorläufige Einigung erzielt. Eine weitere Verhandlung am 24. September sollte offene Fragen klären und die Umsetzung validieren.
Teil der Einigung ist ein Fünf-Jahres-Plan, der vorsieht, dass das neue Medienkonglomerat in den ersten beiden Jahren je 30 Filme produziert und anschließend 32 pro Jahr. Zudem dürfen die Grundstücke von Warner Bros. und Paramount in Kalifornien fünf Jahre lang nicht verkauft werden. Zudem haben sich Paramount und Warner Bros. verpflichtet, jedes Jahr 300 Millionen US-Dollar in US-amerikanische Filmproduktionen zu investieren, also insgesamt 1,5 Milliarden Dollar.
Richterin hat das letzte Wort
Zudem sollen beide Studios getrennt voneinander betrieben werden. Da es außerdem im Vorfeld Befürchtungen von politischer Einflussnahme gab, soll ein unabhängiges redaktionelles Gremium für CNN und CBS News eingerichtet werden. Grund dafür ist die Nähe von Paramount-CEO David Ellison und dessen Familie zum US-Präsidenten Donald Trump.
Sollte Richterin Araceli Martínez-Olguín diesen Auflagen zustimmen, wäre der Deal somit unter Dach und Fach. Diese Einigung kann jedoch gerichtlich durchgesetzt werden, sollten Paramount oder Warner Bros. die Auflagen verletzen. Wann genau sie ihre Entscheidung fällt, steht noch aus. Sollte sie ablehnen oder umfassende Änderungen fordern, könnte die Verhandlung am 2. März 2027 dennoch beginnen. Sollte sie jedoch zustimmen, wäre dieser Termin gestrichen.
Problematisch ist hierbei vor allem, dass diese Regelungen nur für fünf Jahre gelten. Bis dahin werden also die Sorgen der Kritiker ernst genommen und bedacht und danach gibt es in dem Sinne keine Kontrolle mehr. Während so zwar bis zur nächsten Präsidentschaftswahl die Unabhängigkeit von CNN und CBS im weitesten Sinne gesichert bleibt, ist die gigantische Fusion dennoch kritisch zu betrachten.
Im Kartellrechtsverfahren hätte auch die Öffentlichkeit Gehör finden können. Neben Kinos, kleinen Medienfirmen und Kreativschaffenden hätten auch Verbraucher gehört werden können. Gerade die veränderte Arbeitslage für Medienschaffende scheint nicht wirklich adressiert zu werden. Es bleibt abzuwarten, ob Richterin Martínez-Olguín dem Paket zustimmt.

