Ausgerechnet ein Film über endlose, muffige, gelblich ausgeleuchtete Räume bringt gerade frischen Wind ins Kino. Backrooms, die Spielfilmadaption des viralen Internet-Mythos, ist in den USA mit einem gewaltigen Start an die Spitze der Kinocharts geschossen und hat A24 den größten Auftakt der Studiogeschichte beschert. Für einen Horrorfilm, der seine Wurzeln nicht in einem Bestseller, einer klassischen Marke oder einer jahrzehntealten Franchise hat, ist das mehr als nur ein guter Start. Es ist ein deutliches Signal: Das Internet liefert Hollywood nicht mehr nur Memes, Trends und kurzfristige Aufmerksamkeit. Es liefert inzwischen auch Stoffe, mit denen sich Kinosäle füllen lassen.
Was ist Backrooms?
Constantin Film beschreibt Backrooms als Horrorfilm über eine menschenleere Parallelwelt aus verschachtelten Bürofluren, fensterlosen Räumen und einer Realität, die sich mit jedem Schritt weiter verschiebt. Regie führt Kane Parsons, Chiwetel Ejiofor und Renate Reinsve stehen vor der Kamera. In weiteren Rollen sind unter anderem Mark Duplass, Lukita Maxwell, Finn Bennett und Avan Jogia zu sehen.
Der Film spielte am ersten Wochenende rund 81,4 bis 81,5 Millionen US-Dollar in Nordamerika ein und kam weltweit bereits auf etwa 118 Millionen US-Dollar. Damit setzte sich Backrooms nicht nur gegen deutlich größere Markenkonkurrenz durch, sondern übertraf auch den bisherigen A24-Startrekord klar. Besonders bemerkenswert: Regisseur Kane Parsons ist gerade einmal 20 Jahre alt. Der Filmemacher wurde durch seine YouTube-Arbeiten rund um das Backrooms-Phänomen bekannt und hat nun mit seinem ersten Langfilm direkt einen Nummer-1-Hit gelandet.
Die Backrooms selbst entstanden ursprünglich als Internet-Mythos: endlose Büroflure, gelbliche Wände, flackerndes Licht, das monotone Brummen von Leuchtstoffröhren und das Gefühl, versehentlich aus der Realität gefallen zu sein. Kane Parsons machte daraus 2022 mit The Backrooms (Found Footage) ein YouTube-Phänomen. Der Kurzfilm wurde millionenfach gesehen und traf einen Nerv, weil er nicht auf klassische Monsterpanik setzte, sondern auf dieses ganz spezielle Unbehagen sogenannter liminal spaces: Orte, die vertraut wirken, aber gleichzeitig so fremdartig, als hätte jemand die Realität kopiert und dann versäumt, alles wieder korrekt einzusetzen.
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Mehr InformationenWer den US-Hype nicht nur über Box-Office-Zahlen und Social-Media-Clips verfolgen will, muss sich noch etwas gedulden. In Deutschland kommt Backrooms knapp drei Wochen nach dem US-Start ins Kino: am 18. Juni 2026.
Für A24 ist dieser Start ein massiver Erfolg, für Kane Parsons ein fast absurdes Debüt und für Hollywood ein weiterer Hinweis darauf, dass die nächste große Idee nicht zwangsläufig aus einem Konferenzraum kommen muss. Manchmal reichen ein Teenager mit einem starken visuellen Gespür, ein Internet-Mythos und kollektives Unbehagen. Vor allem zeigt Backrooms, wie sehr sich die Kräfteverhältnisse im Kino verschoben haben: Selbst The Mandalorian and Grogu, getragen von einem gigantischen Franchise, wirkt gegen diesen aus dem Netz gewachsenen Horrorhit plötzlich nicht mehr unangreifbar. Backrooms ist damit nicht nur ein starker Start für A24. Der Film ist ein Lehrstück darüber, wie aus Internet-Lore ganz großes Kino werden kann.

