Die Produzenten hinter The Traitors, Peaky Blinders und Big Brother gehören nun offiziell zum selben Konzern. Banijay Group und RedBird IMI haben die im März angekündigte Fusion von Banijay Entertainment und All3Media abgeschlossen. Das vereinte Unternehmen firmiert als Banijay Entertainment und bezeichnet sich als weltweit größtes unabhängiges Produktionsunternehmen.
Was ist RedBird IMI?
RedBird IMI ist ein Gemeinschaftsunternehmen des US-Investors RedBird Capital Partners und der in Abu Dhabi ansässigen International Media Investments. 2024 übernahm die Investmentgesellschaft All3Media für 1,15 Milliarden Pfund von Warner Bros. Discovery und Liberty Global.
Banijay Group und RedBird IMI halten jeweils 50 Prozent der Anteile. Der Hauptsitz befindet sich in London, wo zuvor bereits All3Media ansässig war. Marco Bassetti bleibt CEO, die bisherige All3Media-Chefin Jane Turton übernimmt den Posten der stellvertretenden CEO. Den Vorsitz führt Jeff Zucker, Chef von RedBird IMI und ehemaliger Boss von NBCUniversal und CNN.
Das gemeinsame Netzwerk umfasst rund 170 Produktions- und Veranstaltungsunternehmen in 25 Ländern. Der Katalog enthält mehr als 265.000 Stunden Programm. Zum Portfolio zählen Formate und Produktionen wie MasterChef, The Traitors, Big Brother, Survivor, Race Across the World, Peaky Blinders und Hamnet.
Ein Konzern mit mehr als 4,3 Milliarden Euro Umsatz
Auf gemeinsamer Basis hätte das neue Banijay Entertainment im Jahr 2025 einen Umsatz von mehr als 4,3 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von über 700 Millionen Euro erzielt.
Banijay rechnet innerhalb des nächsten Jahres mit Einsparungen von rund 50 Millionen Euro. Obwohl der Konzern noch keine konkreten Details zu den geplanten Maßnahmen genannt hat, ist diese Zahl aufschlussreicher als die begleitenden Versprechen über Kreativität, Wachstum und langlebige Franchises.
Neben klassischen Fernsehproduktionen will das Unternehmen sein Geschäft mit digitalen Inhalten, Live-Veranstaltungen und sogenannten immersiven Erlebnissen ausbauen. Bestehende Marken sollen damit nicht nur als Serien oder Shows, sondern über möglichst viele Plattformen und Geschäftsbereiche hinweg verwertet werden.
Auch der deutsche Produktionsmarkt wird neu sortiert
In Deutschland gehören bereits Unternehmen wie Brainpool und Endemol Shine Germany zu Banijay. All3Media bringt unter anderem Filmpool Fiction, Filmpool Entertainment und South & Browse ein. Damit landen Produktionen wie TV total, Promi Big Brother, Berlin – Tag & Nacht und der Münsteraner Tatort unter demselben Konzerndach.
Wie die deutschen Unternehmen organisatorisch und personell zusammengeführt werden, ist noch nicht bekannt. Banijay erklärte lediglich, am dezentralen Modell festzuhalten, bei dem die jeweiligen Länderchefs das Geschäft weitgehend eigenständig führen.
Der Zusammenschluss stärkt Banijays Verhandlungsmacht gegenüber Sendern und Streamingdiensten. Der Konzern kontrolliert nun noch mehr erfolgreiche Formate, Produktionsfirmen und Vertriebsrechte und kann Aufträge über mehrere Märkte hinweg bündeln.
Der Preis dafür ist eine weitere Konzentration des Marktes: Sender haben weniger Ausweichmöglichkeiten, unabhängige Produzenten geraten stärker unter Druck, und das Sparziel von 50 Millionen Euro dürfte auch Arbeitsplätze kosten.

