Wir sehen das Disney-Logo, das vor dem Cinderella-Schloss schwebt.

Quelle: Disney

Disney wollte James Bond kaufen und sprach mit Apple über eine Fusion

Bob Igers Einkaufsliste reichte weit über Pixar, Marvel und Star Wars hinaus. Bei Twitter zog Disney erst am Morgen des geplanten Deals die Notbremse.

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Von Ahmet Iscitürk

24.06.2026 - 09:29 Uhr

Bob Iger hat Disney nicht allein mit Zeichentrickfiguren groß gemacht. Während seiner ersten Amtszeit kaufte der Konzern Pixar, Marvel und Lucasfilm und versammelte damit einen erheblichen Teil der globalen Popkultur unter einem Dach. Nun verriet Iger, dass auch James Bond auf seiner Einkaufsliste stand.

Wer ist Bob Iger?

Bob Iger begann seine Karriere 1974 bei ABC und stieg dort vom Studioleiter bis an die Spitze des Fernsehsenders auf. Nach der Übernahme von ABC durch Disney wechselte er in die Konzernführung und löste 2005 Michael Eisner als CEO ab. Unter Iger entwickelte sich Disney vom klassischen Unterhaltungskonzern zu einem globalen Markenimperium. Er verantwortete die Übernahmen von Pixar, Marvel, Lucasfilm und großen Teilen von 21st Century Fox. Zudem trieb er den Aufbau von Disney+ voran. Seine erste Amtszeit endete 2020. Nach dem Scheitern seines Nachfolgers Bob Chapek kehrte Iger im November 2022 überraschend auf den Chefsessel zurück.

In einem ausführlichen Abschiedsinterview mit der Financial Times erinnerte sich der frühere Disney-Chef an die Übernahme von Pixar im Jahr 2006. Der 7,4 Milliarden US-Dollar schwere Deal habe im Unternehmen eine regelrechte Aufbruchsstimmung ausgelöst. Disney stellte anschließend eine Liste weiterer Übernahmekandidaten zusammen. Darauf standen Marvel, Star Wars und James Bond.

„Wir hatten eine Liste und ich dachte: Haken wir sie einfach ab und kaufen sie alle“, erklärte Iger. Bei Marvel und Lucasfilm gelang dieser Plan tatsächlich. James Bond blieb dagegen außerhalb des Disney-Konzerns.

Kalte Füße bekommen

Wie weit Disneys Pläne für James Bond tatsächlich gediehen waren, verriet Iger nicht. Inzwischen hat Amazon MGM Studios das Sagen über die Zukunft der Reihe. Wesentlich weiter war Disney bei Twitter. Iger zufolge stand der Konzern kurz davor, die Plattform von Mitgründer Jack Dorsey zu einem aus seiner Sicht sehr günstigen Preis zu übernehmen. Twitter sollte zu einer weltweiten Distributionsplattform für Disney-Inhalte ausgebaut werden.

Am Morgen des geplanten Abschlusses bekam Iger jedoch kalte Füße. Er befürchtete, dass die sozialen und politischen Probleme der Plattform Disney dauerhaft schädigen könnten, und zog sich aus dem Deal zurück.

Auch eine Fusion mit Apple wurde nicht nur in Igers Fantasie durchgespielt. Disney besprach die Möglichkeit intern und führte erste Gespräche mit Apple. Iger betrachtete einen Zusammenschluss als gleichberechtigte und grundlegende Neuordnung beider Unternehmen. Weit kam die Idee allerdings nicht. Apple zeigte nach seiner Darstellung wenig Interesse, weshalb die Gespräche im Frühstadium versandeten.

Iger gab den Vorstandsvorsitz am 18. März 2026 an Josh D’Amaro ab. Vollständig verlassen hat er Disney jedoch noch nicht: Bis zum 31. Dezember 2026 bleibt er dem Konzern als Seniorberater und Mitglied des Verwaltungsrats erhalten.

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