Jetzt ist es offiziell: Euphoria (2019) geht nicht weiter. HBO hat bestätigt, dass die dritte Staffel zugleich die letzte der Serie war. Der Abschluss der Season mit dem TitelIn God We Trust war damit nicht einfach nur ein Staffelfinale, sondern der endgültige Schlussstrich unter eines der umstrittensten und stilprägendsten Serienphänomene der vergangenen Jahre.
Dem Serien-Zuhause entwachsen
Der Cast von Euphoria ist für TV-Drehpläne schlicht zu prominent geworden. Darsteller wie Zendaya (Dune), Sydney Sweeney (Anyone But You) und Jacob Elordi (Saltburn) stiegen in der Drehpause zu A-List-Filmstars auf, was eine Terminfindung für HBO nahezu unmöglich machte.
Ganz aus dem Nichts kommt diese Entscheidung nicht. Zwischen der zweiten und der dritten Staffel lagen mehrere Jahre, in denen aus einigen Darstellerinnen und Darstellern endgültig große Namen wurden. Zendaya war längst nicht mehr nur Rue aus Euphoria, Jacob Elordi und Sydney Sweeney hatten ebenfalls Karrieren, die sich nicht mehr so leicht in einen HBO-Drehplan pressen lassen.
Serienschöpfer Sam Levinson klang zuletzt ohnehin nicht so, als würde er für eine vierte Staffel brennen. Auf die Zukunft der Serie angesprochen, blieb er in einem Interview ausweichend und sagte, er schreibe jede Staffel so, als könne sie die letzte sein. Nun war sie es tatsächlich. Nach sieben Jahren, drei Staffeln und 26 Folgen ist Euphoria tatsächlich vorbei.
Im Zentrum von Euphoria stand von Anfang an Rue, gespielt von Zendaya. Die Serie erzählte von Jugendlichen, die mit Drogen, Sex, Identität, Trauma, Social Media, Liebe und Freundschaft rangen. Euphoria war grell, schmerzhaft und manchmal erstaunlich präzise. Gleichzeitig war die Serie immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, mehr Stil als Substanz zu bieten. Nicht ganz zu Unrecht: Manche Szenen wirkten weniger wie ein Blick auf beschädigte Figuren als wie ein perfekt ausgeleuchteter Nervenzusammenbruch.
Schicksalsschläge hinter den Kulissen
Neben terminlichen Hürden wurde die Produktion der finalen Staffel von schweren Verlusten überschattet. Im Jahr 2023 verstarben sowohl der ausführende Produzent Kevin Turen als auch Fan-Liebling Angus Cloud (Fezco) völlig unerwartet, was das gesamte Team und auch die Fans tief traf.
Vielleicht war Euphoria gerade deshalb so erfolgreich. Die Serie erklärte jugendliche Überforderung nicht, sie setzte sie in Brand. Alles war zu laut, zu nah, zu schön, zu kaputt. Das konnte nerven, keine Frage. Aber es hatte eine Wucht, die vielen glatteren Coming-of-Age-Dramen fehlt.
Dass HBO jetzt den Deckel draufmacht, ist vermutlich die vernünftigste Entscheidung. Euphoria war nie als gemütlicher Dauerläufer gebaut. Diese Serie lebte von Reibung, Stilwillen, Überforderung und dem Gefühl, dass gleich wieder jemand emotional gegen eine Wand läuft. Irgendwann nutzt sich selbst die schönste Katastrophe ab. Drei Staffeln reichen vielleicht nicht für alle offenen Wünsche der Fans. Aber sie reichen, um Spuren zu hinterlassen.

