Mit dem Start von YouTube und Internetforen machte sich in den 2000er- und frühen 2010er-Jahren ein besonderes Phänomen im Internet breit. Creepypastas waren Gruselgeschichten, die meistens aus einem einzelnen Bild entstanden und durch Beiträge verschiedener Nutzer eine Art Eigenleben entwickelten. Die filmische Umsetzung von “Backrooms” und deren Erfolg beweisen, dass so etwas an den Kinokassen enorm gut funktionieren kann. Nun soll mit “Jeff the Killer” die nächste Creepypasta verfilmt werden.
Tongal und Savannah Moss planen Kinofilm
Bereits 2018 wurde eine der bekanntesten Creepypastas aller Zeit verfilmt, doch “Slenderman” konnte nicht wirklich an den Kinokassen überzeugen. Mit “Backrooms” startete der 20 Jahre alte Kane Parsons einen neuen Versuch und hat damit bisher 400 Millionen Dollar an Einnahmen erzielt. Zuvor hatte er auf YouTube mehrere Videos über das scheinbar endlose Labyrinth aus Uncanny Valley-Büros gemacht.
Ein ähnliches Konzept soll nun “Jeff the Killer” zum Erfolg verhelfen, denn wie The Wrap berichtet, arbeitet das Studio Tongal mit der Tiktokerin und Filmemacherin Savannah Moss zusammen. Auf ihren Kanälen veröffentlicht sie Horror-Kurzfilme, die unter anderem Creepypastas aufgreifen.
Ob sie im Film auch vor der Kamera zu sehen sein wird oder lediglich dahinter agiert, ist nicht bekannt. Ebenso wenig wissen wir über die konkrete Geschichte, denn “Jeff the Killer” hat in seiner Creepypasta-Version sehr viele verschiedene Ursprünge, dadurch, dass unterschiedliche Autoren ihre eigenen Versionen des Charakters erzählen. Eine Webseite (https://tongal.com/jeffthekiller) wurde eingerichtet, auf der Fans ihre eigenen Theorien und Geschichten zum Charakter posten können, die eventuell in den Film einfließen könnten.
Wer ist Jeff the Killer?
Der Ursprung des Charakters war ein Bild, welches ein überbelichtetes Gesicht zeigt. Strahlend weiße Haut, weit aufgerissene runde Augen und ein irres und viel zu breites Grinsen. Das Gesicht wirkt eher menschenähnlich als wirklich menschlich. Schnell entstanden die ersten Geschichten um den jugendlichen Mörder, der je nach Geschichte entweder Opfer seiner Umstände wurde oder von Beginn an ein wahnsinniger Mörder war.
Eine Version erzählt ihn als Mobbingopfer, dessen Peiniger ihm sogar das Gesicht brutal entstellen. Daraufhin wird Jeff zum Mörder und sinnt auf Rache. Andere Geschichten fokussieren sich auf andere Formen von Missbrauch oder Jeff, als schlichtweg grausamen Sadisten.
Immer wieder taucht in seinen Geschichten der Satz “Go to sleep” auf. Dieser wird wohl auch in der Verfilmung eine zentrale Rolle spielen.
Fokus auf furchterregenden Realismus
“Ich bin mit ‘Jeff the Killer’ und all den Creepypasta-Horrorgeschichten aufgewachsen, daher hat das Ganze für mich definitiv einen nostalgischen Bezug. Ich habe Jeff in der Vergangenheit sogar in einigen meiner ‘Fever Dream’-Videos verwendet, daher ist es verrückt, wenn man nun in die Gegenwart springt und tatsächlich die Gelegenheit hat, dabei mitzuhelfen, diese Figur in einen Spielfilm zu verwandeln”, erklärt Moss gegenüber The Wrap.
“Was ich an Jeff schon immer geliebt habe, ist, wie sehr diese Figur durch das Internet geprägt wurde. Jeff ist den Menschen im Gedächtnis geblieben und zu einer Internet-Ikone geworden. Mittlerweile gibt es so viele verschiedene Versionen seiner Geschichte, da die Leute sie im Laufe der Jahre immer wieder ergänzt und neu interpretiert haben. Wir haben diese einzigartige Gelegenheit, die Figur, die jeder kennt und liebt, zu nehmen und einen wirklich furchterregenden, realistischen Horrorfilm zu schaffen, der dennoch Jeffs Ursprung treu bleibt. Ich möchte nicht einfach nur die Creepypasta nachstellen – ich möchte, dass Jeff erschreckend real wirkt.”

