Der nächste Rambo-Film dreht die Uhr weit zurück. Statt Sylvester Stallone noch einmal als gealterte Kampfmaschine durch den Dschungel zu schicken, erzählt John Rambo (2027) von den frühen Jahren der Figur im Vietnamkrieg. In den USA hat Lionsgate den Film nun für den 4. Juni 2027 angekündigt. Wann das Prequel in Deutschland startet, ist derzeit noch offen.
Was ist John Rambo?
Erzählt werden soll die Origin Story des jüngeren John Rambo, angesiedelt vor den Ereignissen von Rambo (1982). Regie führt Sisu-Macher Jalmari Helander, das Drehbuch stammt von Rory Haines und Sohrab Noshirvani. Produziert wird der Film unter anderem von Kevin King-Templeton, Les Weldon, Jonathan Yunger, Angela Russo-Otstot, Michael Disco und AGBO, der Produktionsfirma der Russo-Brüder.
Im Mittelpunkt steht Noah Centineo als junger John Rambo. Damit bekommt eine der bekanntesten Actionfiguren der Filmgeschichte eine Origin-Story, die Jahre vor den Ereignissen von Rambo (1982), international als First Blood bekannt, angesiedelt ist. Der Film soll zeigen, welche Erfahrungen den jungen Soldaten geformt haben, bevor er später als traumatisierter Veteran durch Amerika irrt und in einer Kleinstadt endgültig explodiert.
Der Ansatz ist heikel. Denn Rambo war am Anfang keine wandelnde Selbstschussanlage mit Stirnband, Messer und Muckis, sondern ein traumatisierter Heimkehrer. Ein Mann, der den Krieg überlebt hat, aber tragischerweise am Frieden zerbricht. Erst die Fortsetzungen verwandelten ihn Schritt für Schritt in eine fast mythische Kampfmaschine. Ein Prequel kann diese Tragik vertiefen. Es kann aber auch genau an der Vielschichtigkeit scheitern, die Rambo ursprünglich so interessant machte.
Vom Sisu-Schlachtfeld zu Rambos Ursprung
Regie führt Jalmari Helander, der mit Sisu (2022) bereits gezeigt hat, dass er archaisches, brutales und bewusst überhöhtes Actionkino inszenieren kann. Für John Rambo (2027) klingt sein Ansatz allerdings nicht nach bloßer Dschungelballerei. Helander sprach bereits davon, eine andere Version der Figur zeigen zu wollen: naiver, glücklicher, noch nicht vollständig von Krieg und Trauma zerfressen.
Sylvester Stallone wird nach aktuellem Stand nicht als Schauspieler zurückkehren, ist aber als Executive Producer an Bord. Für Fans dürfte das zumindest ein wichtiges Signal sein, denn Stallone hat John Rambo in fünf Filmen geprägt, zuletzt in Rambo: Last Blood (2019). Dieser späte Abschluss wurde vom Publikum allerdings eher gemischt aufgenommen und wirkte weniger wie ein eleganter Abschied von der Figur als wie ein blutiger Nachhall.
Zur Besetzung gehören neben Centineo auch David Harbour als Major Trautman. James Franco ist ebenfalls dabei, soll nach aktuellem Stand aber nur eine kleine Schurkenrolle übernehmen. Welche Figur er genau spielt, wurde bislang nicht bekannt gegeben. Ebenfalls genannt werden Yao, Jason Tobin, Quincy Isaiah, Jefferson White und Tayme Thapthimthong. Gerade Trautman ist für die Rambo-Mythologie wichtig, weil er im Original nicht nur militärischer Vorgesetzter war, sondern auch der Mann, der Rambos innere Zerstörung besser verstand als alle anderen um ihn herum.
Ob John Rambo (2027) der Beginn einer neuen Reihe mit Noah Centineo wird, ist derzeit offen. Denkbar wäre es natürlich, denn ein junger Rambo bietet theoretisch genug Raum für weitere Geschichten. Gleichzeitig kennt das Publikum die entscheidenden Bruchstellen dieser Figur bereits. Der Film muss also mehr leisten, als nur eine bekannte Marke auf Anfang zu drehen. Er muss zeigen, was man über John Rambo noch erzählen kann, ohne dem Original nachträglich die Wucht zu nehmen.

