Quentin Tarantino dreht wieder einen Film. Diesmal allerdings nicht hinter, sondern vor der Kamera. Der Regisseur spielt in einem neuen, bislang titellosen Projekt des walisischen Filmemachers Jamie Adams an der Seite von Kylie Minogue.
Wer ist Jamie Adams?
Ein walisischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, der für seine weitgehend improvisierten Filme bekannt ist. Statt eines klassischen Drehbuchs arbeitet er häufig mit einem sogenannten „Scriptment“, das Figuren, Szenen und Handlungsverlauf vorgibt, die Dialoge jedoch den Schauspielerinnen und Schauspielern überlässt. Viele seiner Filme entstehen mit kleinen Teams innerhalb weniger Drehtage. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören Benny & Jolene (2014), Black Mountain Poets (2015), Wild Honey Pie! (2018) und She Is Love (2022). Für das in sechs Tagen gedrehte Drama Only What We Carry (2026) holte Adams neben Simon Pegg und Charlotte Gainsbourg auch Quentin Tarantino vor die Kamera.
Über die Handlung ist noch nichts bekannt. Gedreht wird trotzdem bereits. Tarantino und Minogue wurden am vergangenen Wochenende in der walisischen Küstenstadt Porthcawl gesichtet. In der Newton Church entstand eine Beerdigungsszene, im nahe gelegenen Saltwater Inn anschließend die dazugehörige Totenfeier.
Zum weiteren Ensemble gehören Karen Paullada, Julian Lewis Jones, Craig Russell und Siwan Morris. Paullada bestätigte die Dreharbeiten auf Instagram und bezeichnete Adams als die treibende Kraft des Projekts. Produziert wird der Film mit Unterstützung des New Yorker Unternehmens Visor Entertainment. Adams lernte die Produzenten persönlich beim Tribeca Film Festival kennen.
Dort feierte Anfang Juni auch seine vorherige Zusammenarbeit mit Tarantino Premiere. In Only What We Carry (2026) spielt der Regisseur von Pulp Fiction (1994) gemeinsam mit Simon Pegg und Charlotte Gainsbourg. Das Beziehungsdrama über eine Tänzerin, ihre Schwester und einen früheren Choreografen entstand innerhalb von nur sechs Drehtagen im französischen Deauville.
Adams hatte Tarantino damals ohne Umwege angeschrieben und ihm die Rolle eines wohlhabenden Förderers angeboten. Zwei Wochen später meldete sich dessen Agent. Nach einem ersten Videogespräch sagte Tarantino zu. Besonders beeindruckt habe ihn, dass Adams seine detaillierten Fragen zur Figur zunächst vertagte. Tarantino erkannte, dass er nicht als prominenter Regisseur hofiert, sondern als Schauspieler ernst genommen und entsprechend inszeniert werden sollte.
Welche Rollen Tarantino und Minogue übernehmen, bleibt ebenso geheim wie der Titel, die Handlung und ein möglicher Veröffentlichungstermin. Derzeit steht lediglich fest, dass ein improvisationsfreudiger walisischer Regisseur, eine australische Popikone und einer der bekanntesten Filmemacher der Welt gemeinsam vor der Kamera stehen.

