Tom Cruise sitzt in einem Auto und schaut schockiert durch die Frontscheibe. In seinem Blick liegen Unglaube und Resignation.

Quelle: Paramount Pictures

“Ich finde das großartig”: Tom Cruise verteidigt die umstrittene Paramount-Warner-Fusion

Während Kritiker vor den Folgen der gewaltigen Fusion von Paramount und Warner Bros. warnen, stellt sich Tom Cruise hinter den kontroversen Deal.

Foto des Autors

Von Tilman Kicinski

02.09.2026 - 11:44 Uhr

Die mögliche Fusion von Paramount und Warner Bros. ist aus einer Vielzahl von Gründen ein gewaltiges Streitthema. Für eine stolze Summe von 111 Milliarden US-Dollar würde ein neues gewaltiges Medienkonglomerat entstehen, was es Kreativ- und Filmschaffenden durch eine monopolhafte Stellung deutlich schwerer machen würde, Interessen durchzusetzen oder Verträge neu zu verhandeln, um faire Löhne und angemessene Vergütungen zu bekommen. Hollywood-Legende Tom Cruise pocht hingegen auf die versprochenen 30 Filme im Jahr.

Solidarität und der Traum von 30 Filmen

Mit “Top Gun”, aber auch vor allem der “Mission: Impossible”-Reihe hat Tom Cruise enorme Erfolge gefeiert und teils irre Stunts abgeliefert. Beide Filmreihen wurden dabei von Paramount produziert. In einem Interview mit “The Pat McAfee Show” sprach er nun über die mögliche Fusion. “Sie werden 30 Filme herausbringen. Für mich ist das eine Gemeinschaft. Es ist keine Branche. Die Menschen in diesen Studios sind nicht einfach nur Leute in den Studios. Sie sind meine Familie.”

“Ich finde das großartig”, fährt er fort. “Ich weiß, dass wir diese 30 Filme hinbekommen werden. Ich möchte, dass wir alle als Gemeinschaft zusammenkommen, um dabei zu helfen, diese 30 Filme zu realisieren. Das wird nicht nur Paramount allein schaffen. Jeder wird die Unterstützung aller Künstler brauchen, um das zu schaffen.”

Monopol-Gefahr und politische Risiken

Was erstmal positiv und euphorisch klingt, verliert schnell an Wert, wenn man sich einige Aussagen Paramounts anschaut. Bevor die Übernahme abgeschlossen werden kann, findet im März 2027 ein Kartellverfahren statt, um eine mögliche Monopolbildung auszuschließen. Im Vorfeld hatte Paramount mit dem Abzug aus Hollywood in einen republikanischen Bundesstaat gedroht und später eine Sicherheit von 1,8 Milliarden US-Dollar verlangt, was jedoch eher als Einschüchterungstaktik aufgefasst werden könnte.

Neben einer schlechteren Verhandlungsposition für Kunst- und Kreativschaffende befürchten Kritiker des Deals auch eine politische Einmischung. Die Familie des Paramount-CEOs David Ellison hat enge Verbindungen zum Weißen Haus und US-Präsident Donald Trump. Es liegt leider nicht fern, dass so versucht werden könnte, Einfluss auf das Programm zu nehmen. Gerade der Nachrichtensender CNN, der Teil des Deals wäre, ist der Trump-Regierung ein Dorn im Auge.

So sehr ich auch glaube, dass Cruise sich tatsächlich auf das Versprechen von 30 Filmen im Jahr stützt und freut, wirkt es doch etwas kurzsichtig. Immerhin ist die Lage für Filmschaffende auch so schon mitunter prekär. Nicht umsonst gibt es immer wieder Verhandlungen mit SAG-AFTRA und der Writers Guild of America oder anderen Kunst- und Schauspielverbänden, die schlechte Arbeitsbedingungen und mangelhafte Bezahlung kritisieren. Zu sagen, dass alle mit anpacken müssen bei diesem Vorhaben, heißt auch, dass alle einen fairen Anteil vom Kuchen abbekommen müssen. Quantität geht nicht über Qualität.