James Gunn will aus dem neuen DC Universe keine filmische Gleichschaltung machen. Regisseur Craig Gillespie sollte sich bei Supergirl (2026) deshalb möglichst weit von Gunns eigenem Superman (2025) entfernen und dem Abenteuer von Kara Zor-El eine unverwechselbare Identität geben.
Die Comicvorlage
Supergirl: Woman of Tomorrow erschien zwischen Juni 2021 und Februar 2022 als achtteilige Comicreihe. Autor Tom King erzählt die Geschichte weitgehend aus der Perspektive von Ruthye Marye Knoll, die Supergirl um Hilfe bei der Suche nach dem Mörder ihres Vaters bittet. Der Film übernimmt zentrale Figuren und Konflikte der Vorlage, erweitert die Geschichte jedoch unter anderem um Lobo, der in der veröffentlichten Comicreihe nicht auftritt.
Gillespie erklärte gegenüber dem britischen Magazin SFX, dass er seine Vorstellungen bereits vor Produktionsbeginn in einer umfangreichen Bildsammlung festgehalten habe. Aus ursprünglich mehreren Tausend Motiven entstand schließlich ein rund 120 Seiten umfassendes Konzept, das den visuellen Ton des Films definierte.
„Irgendwann ergab sich daraus eine Erzählung und etwas sehr Aufregendes, Greifbares und Ungeschliffenes“, beschreibt Gillespie seine Auswahl. Anschließend wollte er von Gunn wissen, wie eng sich sein Film stilistisch an Superman orientieren solle.
Die Antwort fiel eindeutig aus
„Überhaupt nicht“, habe Gunn erklärt. Er betrachte die einzelnen DC-Filme wie eigenständige Graphic Novels. Jede davon besitze einen anderen Zeichner und einen anderen Autor, die ihr eine unverwechselbare Identität verleihen. Supergirl sollte deshalb ausdrücklich Gillespies eigene Vision widerspiegeln.
Für den Regisseur war diese Freiheit nach eigener Aussage ein Geschenk. Gleichzeitig verrät Gunns Vorgabe einiges über die geplante Struktur des neuen DC Universe. Die Produktionen sollen miteinander verbunden bleiben, ohne deshalb alle dieselbe Bildsprache, denselben Humor oder dieselbe Dramaturgie übernehmen zu müssen.
Eine Heldin mit eigener Geschichte
Milly Alcocks Supergirl wurde bereits am Ende von Superman (2025) kurz vorgestellt, als sie Krypto bei ihrem Cousin abholte. Ihr eigener Film führt Kara auf eine interstellare Reise und rückt dabei auch jene traumatische Vergangenheit in den Mittelpunkt, die sie deutlich von Clark Kent unterscheidet.
Der Unterschied zu Superman ist damit bereits in den Figuren angelegt. Clark wuchs bei liebevollen Eltern auf der Erde auf. Kara verbrachte ihre Jugend auf Krypton und musste den Untergang ihrer Heimat miterleben. Während Clark nur Erzählungen über die verlorene Welt seiner Herkunft kennt, trägt Kara konkrete Erinnerungen an sie mit sich.
Supergirl startet am 25. Juni 2026 in den deutschen Kinos.

