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Quelle: Lionsgate

Lionsgate: Aggressive Forderung nach mehr KI-Nutzung durch Investoren sorgt für neuen Börsen-Tiefstand

Großaktionär Anson Funds kritisiert Lionsgates bisherige KI-Strategie als zu zahm. Die Forderung nach radikalerem Einsatz drückt den Aktienkurs.

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Von Tilman Kicinski

13.08.2026 - 12:56 Uhr

Lionsgate hat mit einem neuen Börsen-Tiefstand seit vier Monaten zu kämpfen. Auslöser scheint das Statement eines Investors zu sein, der sich gegen den Stand des Unternehmens im Bezug auf KI-Nutzung aussprach. Zuletzt hatte Lionsgates Vice Chairman Michael Burns im Juni gesagt, dass der Einsatz von generativer KI dem Unternehmen viele Millionen Dollar sparen wird. Doch die Strategie des Unternehmens sei für einige Investoren zu zahm.

Investor warnt vor Rolle als “KI-Verlierer”

“Der Aufstieg der generativen KI hat dazu geführt, dass der Markt Unternehmen unverblümt in ‘KI-Gewinner’ und ‘KI-Verlierer’ einteilt”, heißt es in einer Stellungnahme der Investmentfirma Anson Funds an den Aufsichtsrat bei Lionsgate. Der Investor ist seit 2024 einer der fünf größten Shareholder bei Lionsgate. Bereits KI-Videomodelle wie Sora und Seedance hatten einen negativen Einfluss auf den Aktienmarkt. “Dies spiegelt die allgemeine Annahme des Marktes wider, dass ein Studio eher ein Opfer der KI als ein Nutznießer sein dürfte”, schreibt Anson Funds weiter.

Gestern lag die Aktie bei 11,73 Dollar und somit ein Prozent unter dem letzten Tiefstand im April. Bereits am Dienstag war die Aktie um vier Prozent gesunken, als die Stellungnahme von Anson Funds bekannt wurde. Ursprünglich hatte Lionsgate im Jahr 2026 28 Prozent zulegen können, hatte aber auch die letzten Monate über wieder 13 Prozent an Wert verloren.

Anson Funds drängt auf aggressive Strategie

Gemeint ist damit jedoch nicht, dass Anson gegen die Nutzung von KI ist. Im Gegenteil, der Fonds fordert eine klarere Strategie und eine aggressivere Nutzung der Mittel. Lionsgate müsse deutlich Position beziehen, wie KI genutzt werden soll und wie das Unternehmen genau von der neuen Technologie profitieren wolle.

Seitdem hat das Medienunternehmen eine kurze Präsentation mit ihren Kernzielen veröffentlicht, war jedoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, wie Deadline berichtet. Lionsgate ist dabei durchaus aktiver im KI-Bereich als andere Vertreter der Branche. Erst dieses Jahr wurde die ehemalige YouTube-Mitarbeiterin Kathleen Grace als Chief AI Officer angestellt.

Starke Marken machen Studio zum Übernahmeziel

Zudem hatte sich Lionsgate 2025 von Starz getrennt, was das Unternehmen für eine neue Übernahme und Fusion öffnete. “Die Übernahme von MGM durch Amazon, die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft und der jüngste, hart umkämpfte Wettstreit zwischen Netflix und dem von Ellison unterstützten Unternehmen Paramount Skydance um Warner Bros. Discovery zeigen allesamt, dass Technologie- und Streaming-Unternehmen bereits bereit sind, hochwertige geistige Eigentumsrechte zu erwerben, anstatt sie lediglich zu lizenzieren”, erklärt Anson und weist damit darauf hin, dass der Zeitpunkt sehr günstig wäre.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass Lionsgate mit “Michael”, dem Biopic über die Pop-Legende, ihren ersten Film in die Kinos brachte, der die magische Grenze von einer Milliarde Dollar knackte. Außerdem gehören dem Unternehmen sowohl das “Die Tribute von Panem”- Franchise als auch die “John Wick”-Reihe. Zudem konnte Lionsgate mit “Saw” und “Power” einige Erfolge feiern.

Während dieser Punkt durchaus stimmen mag, scheint der Börsenkurs Anson Funds bei ihrem Drängen auf KI-Nutzung zu widersprechen. Generative KI ist sowohl in Videospielen als auch in anderen Medienbranchen wie Filmen ein stark umstrittenes Thema. Filme wie “Die Odyssee” erleben währenddessen einen großen Hype, weil Christopher Nolan nahezu vollständig auf digitale Effekte verzichtet.