Das Bild zeigt die Logos von A24 und Google Deepmind auf hellem Hintergrund.

Quelle: OpenAI GPT Image 2

A24 und Google DeepMind entwickeln gemeinsam KI-Werkzeuge für Filmemacher

Google investiert rund 75 Millionen US-Dollar in das unabhängige Studio. A24 verspricht kreative Kontrolle und verweigert dem Konzern den Zugriff auf sein Filmarchiv.

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Von Ahmet Iscitürk

23.06.2026 - 08:27 Uhr

A24 arbeitet künftig mit Google DeepMind zusammen. Das Studio hinter Filmen wie Everything Everywhere All at Once (2022), Marty Supreme (2025) und Backrooms (2026) hat eine mehrjährige Forschungs- und Entwicklungspartnerschaft mit Googles KI-Abteilung geschlossen. Gemeinsam wollen beide Unternehmen neue Werkzeuge und Arbeitsabläufe für Filmschaffende entwickeln. Google beteiligt sich dafür erstmals direkt an einem Filmstudio. Rund 75 Millionen US-Dollar soll sich der Konzern den Einstieg kosten lassen.

Was ist A24?

A24 ist ein unabhängiges US-amerikanisches Film- und Fernsehstudio mit Sitz in New York. Gegründet wurde das Unternehmen 2012 von Daniel Katz, David Fenkel und John Hodges. Zunächst trat A24 vor allem als Verleiher von Filmen wie Spring Breakers (2013) und The Bling Ring (2013) in Erscheinung. Mit Moonlight (2016), der später den Oscar als bester Film gewann, produzierte das Studio erstmals selbst einen Spielfilm. Es folgten Erfolge wie Hereditary (2018), Everything Everywhere All at Once (2022) und die Serie Euphoria (2019). A24 gilt heute als eine der prägendsten Marken des modernen Independent-Kinos.

Was dabei konkret entstehen soll, bleibt vorerst offen. Google spricht von mehreren Projekten, die über einen längeren Zeitraum entwickelt werden. Die Ziele, technischen Ergebnisse und kreativen Meilensteine sollen sich erst im Verlauf der Zusammenarbeit herausbilden. Laut dem Wall Street Journal geht es unter anderem um Werkzeuge für die Produktion und den Vertrieb von Filmen. Namen, Termine oder konkrete Filmprojekte wurden nicht genannt. Die Partnerschaft ist damit bislang vor allem ein Forschungsversprechen mit einem ziemlich teuren Preisschild.

A24 soll nicht lediglich fertige Google-Produkte verwenden, sondern an deren Entwicklung beteiligt werden. Filmemacherinnen und Filmemacher sollen neue Technologien direkt erproben und den Forschern Rückmeldung geben. Google wiederum erhält Zugang zu den kreativen Arbeitsprozessen des Studios. A24 behält nach Angaben einer mit dem Vertrag vertrauten Person jedoch die vollständige kreative Kontrolle.

Das Kleingedruckte

Der vielleicht wichtigste Punkt steht im Kleingedruckten: Google erhält keinen Zugriff auf das Film- und Serienarchiv von A24. Die Vereinbarung umfasst weder die Übertragung geistigen Eigentums noch die Nutzung der Produktionen als Trainingsmaterial. Zudem ist die Kooperation nicht exklusiv. A24 darf also weiterhin mit anderen Technologieunternehmen zusammenarbeiten. Gerade angesichts der laufenden Konflikte um urheberrechtlich geschütztes Trainingsmaterial ist diese Abgrenzung mehr als eine freundliche Fußnote.

Scott Belsky, Partner bei A24 und ehemaliger Strategiechef von Adobe, betont zudem, dass die geplanten Werkzeuge nicht wie jene KI-Generatoren funktionieren sollen, bei denen Nutzer einen Befehl eingeben und anschließend Bilder, Texte oder Videos ausgespuckt bekommen. Die Technologie solle „kreative Kontrolle erhalten und künstlerische Risiken ermöglichen“. Wie das technisch aussehen wird, erklärt er allerdings noch nicht.

Besonders interessant ist die mögliche Beteiligung von Kane Parsons. Das Wall Street Journal nennt den Regisseur von Backrooms (2026) als einen der Filmschaffenden, die A24 in die Entwicklung einbeziehen könnte. Parsons hatte generative KI erst kürzlich scharf kritisiert und sie weniger als Innovation denn als Symptom eines größeren kulturellen und wirtschaftlichen Verfalls bezeichnet. Ob er tatsächlich an der Partnerschaft teilnehmen wird, ist bislang nicht bestätigt.

Für A24 ist der Deal ein schwieriger Balanceakt. Das Studio verdankt seinen Ruf nicht zuletzt Filmen, die stärker nach individuellen Handschriften als nach industriell optimierten Produkten aussehen. Ausgerechnet diese Marke nun mit einem der mächtigsten Technologiekonzerne der Welt zu verbinden, dürfte deshalb nicht bei allen Filmfans Begeisterung auslösen. Entscheidend wird sein, ob A24 tatsächlich Werkzeuge für Filmschaffende entwickelt oder lediglich die freundliche Fassade für Googles nächsten Vorstoß nach Hollywood liefert.

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