The Hobbit: An Unexpected Journey: Andy Serkis macht Motion-Capture-Aufnahmen für Gollum.

Quelle: WETA FX

Andy Serkis über KI im Film: Neue Möglichkeiten bringen neue Verantwortung

Der Gollum-Darsteller sieht in künstlicher Intelligenz großes kreatives Potenzial. Bei der APOS 2026 warnte er jedoch vor Desinformation, fehlender Transparenz und ungeklärter Verantwortung.

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Von Ahmet Iscitürk

17.06.2026 - 10:44 Uhr

Andy Serkis hat sich grundsätzlich offen für den Einsatz künstlicher Intelligenz beim Geschichtenerzählen gezeigt. Begeisterung allein reicht dem Schauspieler, Regisseur und Produzenten allerdings nicht. Je größer die kreativen Möglichkeiten werden, desto größer werde auch die Verantwortung derjenigen, die diese Werkzeuge einsetzen.

Andy Serkis und die digitale Schauspielkunst

Andy Serkis wurde durch Rollen bekannt, bei denen sein Schauspiel als Grundlage für digitale Figuren diente. Als Gollum in der Der Herr der Ringe-Trilogie, King Kong in King Kong (2005) und Caesar in der neueren Planet der Affen-Reihe prägte er die Entwicklung des Performance-Capture-Verfahrens.

Serkis nahm per Videoübertragung aus Neuseeland an einer Gesprächsrunde der Medienkonferenz APOS 2026 auf Bali teil. Gemeinsam mit Google-Manager Jon Zepp und Filmemacher Josh Nelson Youssef diskutierte er über den Einfluss künstlicher Intelligenz auf Filmproduktion, geistiges Eigentum und kreative Arbeit.

„Ich freue mich darauf zu sehen, wie neue Kreative diese Werkzeuge auf fantasievolle Weise einsetzen“, erklärte Serkis. Gleichzeitig verwies er auf die Risiken einer Technologie, mit der sich die Grenzen zwischen echten und künstlich erzeugten Inhalten zunehmend verwischen. Desinformation, Herkunft und Verantwortlichkeit müssten deshalb von Beginn an mitgedacht werden. „Mit der Erweiterung der kreativen Landschaft wächst auch unsere Verantwortung.“

Serkis beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Verbindung von Schauspiel und digitaler Technik. Seine Darstellung des Gollum in der Der Herr der Ringe-Trilogie und des Caesar in den neueren Planet der Affen-Filmen trug entscheidend dazu bei, Performance Capture als ernst zu nehmendes schauspielerisches Werkzeug zu etablieren. Seine Haltung gegenüber KI fällt deshalb weniger grundsätzlich ablehnend aus als bei vielen anderen Filmschaffenden. Für ihn entscheidet offenbar nicht allein das Werkzeug, sondern dessen Einsatz.

Es gibt kein Regelwerk

Auch Jon Zepp bezeichnete künstliche Intelligenz als neue Dimension des Geschichtenerzählens. Der Google-Manager betonte jedoch, dass Zuschauerinnen und Zuschauer künftig wissen wollten, woher ein Inhalt stammt. Kreative, Technologieunternehmen und Medienbranche müssten deshalb gemeinsame Regeln für Kennzeichnung, Vertrauen und Urheberschaft entwickeln.

Josh Nelson Youssef argumentierte ähnlich. KI könne Produktionsabläufe beschleunigen und Filmschaffenden dabei helfen, ihre Ideen auf technisch höherem Niveau umzusetzen. Die entscheidende Frage laute jedoch nicht nur, was diese Werkzeuge leisten können, sondern warum sie überhaupt verwendet werden.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht technischer, sondern menschlicher Natur. KI kann Bilder generieren, Stimmen und Schauspieler nachahmen und Produktionen effizienter machen. Sie kann aber weder den Wert einer Geschichte beurteilen noch Verantwortung für ihren Ursprung und ihre Folgen übernehmen.

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