Spielberg (2017) HBO Documentary: Steven Spielberg sitzt vor einem Fenster. Im Hintergrund ist verschwommen ein Garten zu erkennen. Er trägt eine Brille und einen Schal.

Quelle: HBO

Steven Spielberg wollte James Bond drehen und bekam nur Absagen

Nach Der weiße Hai und Unheimliche Begegnung der dritten Art fragte Steven Spielberg bei Bond-Produzent Cubby Broccoli an. Die Antwort blieb immer dieselbe: Nein.

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Von Ahmet Iscitürk

11.06.2026 - 11:22 Uhr

Steven Spielberg hat viele Dinge gedreht, die heute zum Inventar der Filmgeschichte gehören. Einen James-Bond-Film allerdings nicht. Nicht, weil er kein Interesse gehabt hätte. Im Gegenteil: Spielberg wollte schon früh in seiner Karriere in die 007-Reihe einsteigen, wurde aber von Bond-Produzent Albert R. „Cubby“ Broccoli abgewiesen. Das erzählte der Regisseur im Podcast The Rest Is Entertainment, wo er im Rahmen der Pressetour zu seinem neuen Science-Fiction-Film Disclosure Day über seine vergeblichen Bond-Versuche sprach.  

Spielbergs neuer Film

Spielberg ist aktuell wieder im Science-Fiction-Kino unterwegs. Der neue Film ist am 10. Juni 2026 unter dem Titel Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit in Deutschland gestartet. Zur Besetzung gehören unter anderem Emily Blunt, Josh O’Connor, Colin Firth, Eve Hewson und Colman Domingo.  

Der erste Anlauf kam nach Der weiße Hai (1975). Spielberg war damals nicht irgendein junger Regisseur, sondern der Mann hinter einem der größten Kinoerfolge seiner Zeit. Trotzdem reichte das offenbar nicht für 007. Spielberg erinnerte sich daran, dass er Broccoli direkt angeboten habe, einen Bond-Film zu inszenieren:  „Wenn Sie einen Regisseur brauchen, würde ich sehr gerne einen Bond-Film drehen.“ Broccolis Antwort fiel knapp aus. Er sagte nein.  

Damit war die Sache für Spielberg aber noch nicht erledigt. Nach Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977) meldete sich Broccoli erneut bei ihm, allerdings nicht wegen eines Regiejobs. Für Moonraker (1979) wollte er die berühmte Fünf-Ton-Melodie aus Spielbergs UFO-Film verwenden. Spielberg machte daraus scherzhaft ein Tauschgeschäft: Die Melodie gegen einen Bond-Film. Auch diesmal blieb Broccoli hart. Die fünf Töne durfte er trotzdem nutzen.

Spielberg erzählte George Lucas 1977 von seiner Bond-Abfuhr. Lucas reagierte mit dem Hinweis, er habe „something better than Bond“. Damals hieß die Idee noch Indiana Smith. Daraus wurde später Jäger des verlorenen Schatzes (1981), Harrison Ford wurde Indiana Jones, und Spielberg bekam seine eigene Abenteuer-Ikone.

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Klingt fast zu schräg, um wahr zu sein

Die beiden Helden könnten kaum unterschiedlicher sein. Bond bleibt der elegante Profi, der selbst in Todesgefahr noch wirkt, als käme er gerade aus der Maßschneiderei. Spielberg fand mit Indiana Jones den besseren Gegenentwurf: menschlicher, verletzlicher, glaubwürdiger. Indy ist klug und mutig, aber nie unantastbar. Er bekommt Angst, macht Fehler, kassiert Schläge und überlebt oft nur, weil ihm im letzten Moment noch etwas Schlaues einfällt.

Heute klingt die Geschichte absurd. Spielberg ist längst selbst eine Marke, deren Name jedes Filmprojekt sofort größer macht. Im Podcast setzte er deshalb die passende Pointe: Würden die Bond-Verantwortlichen heute bei ihm anfragen, wäre seine Antwort: „Ihr könnt mich euch nicht leisten.“

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