Doctor Who: rätselhafte Wesen halten rätselhafte Kugeln in den Händen.

Quelle: BBC Studios

Doctor Who vor jahrelanger Pause? BBC streicht Weihnachtsspecial und sucht neue Zukunft für die Kultserie

Russell T Davies und Bad Wolf steigen aus, das geplante Weihnachtsspecial ist gestrichen. Laut Branchenkreisen könnte Doctor Who frühestens 2028 zurückkehren.

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Von Ahmet Iscitürk

11.06.2026 - 15:37 Uhr

Doctor Who steht vor einer Regeneration, die diesmal nicht nur vor der Kamera stattfindet. Die BBC hat das geplante Weihnachtsspecial gestrichen, Russell T Davies verlässt die Serie erneut und auch die Produktionsfirma Bad Wolf ist nicht mehr an Bord. Damit verliert die britische Kultserie ausgerechnet jene Kräfte, die sie zuletzt durch die neue Ära mit Ncuti Gatwa, die Disney+-Kooperation und die große Rückkehr von Davies tragen sollten.

Doctor Who in der Krise

Die BBC hat nicht nur das geplante Weihnachts-Special zu Doctor Who gestrichen. Showrunner Russell T. Davies hört auf, auch Bad Wolf steigt aus der Produktion aus. Insider sprechen von einer existenziellen Krise. Einen neuen Doctor, ein bestätigtes Rückkehrdatum oder eine neue Produktionsfirma gibt es bislang nicht.

Offiziell spricht die BBC von einer Entscheidung, die nicht leicht gefallen sei. Statt die Lücke mit einem einzelnen Special zu überbrücken, wolle man sich nun auf die langfristige Zukunft der Serie konzentrieren. Genau dieser Satz ist bemerkenswert, weil er nach mehr klingt als nach einer normalen Produktionspause. Die TARDIS wird nicht nur kurz geparkt. Sie kommt offenbar erst wieder auf den Bildschirm, wenn klar ist, wer sie überhaupt steuern soll.

Laut Deadline rechnet man damit, dass Doctor Who frühestens 2028 zurückkehren könnte und selbst das sei optimistisch geplant. Die BBC wolle die nächste Staffel nun in einem Ausschreibungsverfahren neu aufstellen. Produzenten können sich also um die Zukunft von Doctor Who bewerben. Auf dem Papier klingt das nach einem frischen Anfang. In der Praxis scheint die Begeisterung in der britischen Drama-Branche aber überschaubar zu sein. Deadline zitiert mehrere Produzenten, die erhebliche Zweifel haben: zu teuer, zu aufwendig, keine Rechte am Stoff und nach dem Ende des Disney-Deals eine schwierige Finanzierungslage.

Das schwere Erbe

Damit liegt das Problem der Serie offen auf dem Tisch. Doctor Who ist eine der wertvollsten Marken der BBC, aber auch eine Last, die mit der Zeit immer schwerer geworden ist. Die Serie muss jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer erreichen, alte Fans nicht völlig verlieren, international funktionieren und trotzdem ihren britischen Kern behalten.

Eine längere Pause könnte deshalb weniger Katastrophe als Notbremse sein. Doctor Who hat schon früher bewiesen, dass die Serie verschwinden und gestärkt zurückkehren kann. Der Neustart von 2005 ist das beste Beispiel dafür.

Doctor Who bleibt eine Marke, um die viele Sender die BBC beneiden dürften. Aber auch große Marken leben nicht von ihrem Namen allein. Sie brauchen Geschichten, die mehr tun, als das eigene Erbe zu verwalten. Diesmal könnte die Pause wirklich nötig sein, damit der nächste Reboot nicht wie routinierte Nachlassverwaltung wirkt, sondern wie ein echter Neuanfang.

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