George Clooney bekommt in diesem Jahr eine der größten Ehrungen des europäischen Festivalkalenders. Die Internationalen Filmfestspiele von Venedig zeichnen den 65-jährigen Schauspieler, Regisseur und Produzenten bei ihrer 83. Ausgabe mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk aus. Das Festival läuft vom 2. bis 12. September 2026. Die Entscheidung traf der Vorstand der Biennale auf Empfehlung von Festivalleiter Alberto Barbera.
Die Filmfestspiele von Venedig
Die Filmfestspiele von Venedig wurden 1932 als Teil der Biennale gegründet und gelten als ältestes Filmfestival der Welt. Die erste Ausgabe fand auf der Terrasse des Hotel Excelsior am Lido statt. Bis heute gehört Venedig zu den wichtigsten Schaufenstern des internationalen Kinos.
Für Clooney ist das kein beliebiger Termin im Ehrenpreis-Karussell. Seine Verbindung zu Venedig reicht bis 1998 zurück, als er mit Steven Soderberghs Out of Sight erstmals beim Festival auftrat. Seitdem kehrte er regelmäßig auf den Lido zurück, als Schauspieler, Regisseur und Produzent. Good Night, and Good Luck. (2005), The Ides of March (2011) und Suburbicon (2017) wurden dort gezeigt; zu seinen weiteren Venedig-Stationen gehören Michael Clayton (2007), Burn After Reading (2008), The Men Who Stare at Goats (2009), Gravity (2013), Wolfs (2024) und Jay Kelly (2025).
Die Ehrung passt damit besser zu Clooneys Laufbahn als viele Preise dieser Sorte, die oft wirken, als müsse ein Festival noch schnell einen großen Namen auf das Plakat bekommen. Venedig zeichnet hier nicht nur einen Star aus, der nach Emergency Room – Die Notaufnahme zum Kinogesicht der 2000er wurde. Es ehrt auch einen Filmemacher, der sein Image früh mit politischem Kino, klassischen Hollywood-Erzählweisen und gepflegtem Star-Charisma verbunden hat.
Der Star nimmt’s mit Humor
Clooney nahm die Nachricht mit dem erwartbaren Selbstspott auf. Er habe in Venedig viele außergewöhnliche Momente erlebt, das Festival sei ohne Frage sein liebstes, und der Goldene Löwe sei eine große Ehre. Dass die Auszeichnung vermutlich bedeute, dass er alt sei, nehme er in Kauf.
Festivalleiter Alberto Barbera lobte Clooney als Künstler, der Schauspiel, Regie und Produktion miteinander verbindet. Das ist Festivalprosa, sicher. In Clooneys Fall ist sie aber nicht völlig aus der Luft gegriffen. Clooney hat seine Karriere nie nur auf sein Gesicht vor der Kamera gestützt. Als Regisseur und Produzent suchte er früh die Nähe zu politischem Kino, klassischer Hollywood-Erzählung und Stoffen, die mehr sein wollten als reine Star-Vehikel.
Michael Clayton, Syriana oder Up in the Air funktionieren auch deshalb, weil Clooney Glanz und Ermüdung gleichzeitig spielen kann. Eine kleine Prise Ironie liefert ausgerechnet Jay Kelly. Noah Baumbachs Film lief 2025 in Venedig und zeigt Clooney als Filmstar, der vor einer Lebenswerk-Auszeichnung bei einem italienischen Festival in die Krise gerät. Ein Jahr später holt die Wirklichkeit die Pointe ein.
Das vollständige Programm der 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig soll später im Juli vorgestellt werden. Clooneys Ehrenlöwe steht schon vorher als sicherer Star-Moment fest. Damit ehrt Venedig einen Künstler, der seit fast drei Jahrzehnten zeigt, dass alter Hollywood-Glanz und modernes Autorenkino sehr gut nebeneinander bestehen können.

