Guillermo del Toro hat eine Botschaft an alle Ultraman-Fans geschickt. Anlass ist der japanische Kinostart von THE ORIGIN OF ULTRAMAN, einer Dokumentation zum 60. Jubiläum der Reihe. In einem selbst aufgenommenen Video richtet sich der Oscarpreisträger direkt an das Publikum und erklärt, Ultraman bedeute nicht nur Japan etwas, sondern Menschen auf der ganzen Welt.
Was ist Tokusatsu?
Tokusatsu bezeichnet japanische Realfilmproduktionen, die stark mit Spezialeffekten, Miniaturen, Kostümen und Suitmation arbeiten. Neben Ultraman gehören auch Godzilla und Kamen Rider zu den bekanntesten Marken dieses Feldes. Der Reiz liegt nicht nur im Monsterkampf, sondern in der sichtbar handgemachten Illusion.
Del Toro nennt Ultraman in der Botschaft einen Gott und Helden für viele Kinder in Lateinamerika und Europa, die mit der Figur aufgewachsen sind. Das ist groß formuliert, aber nicht aus der Luft gegriffen. Seit 1966 steht Ultraman für eine Form von Popkultur, in der Monsterkämpfe, Miniaturstädte und moralische Fragen enger zusammenliegen, als es auf den ersten Blick wirkt. Genau darin dürfte auch der Reiz der Doku liegen: Sie behandelt Ultraman nicht als nostalgisches Maskottchen, sondern als Figur, die über Jahrzehnte Filmemacher auf der ganzen Welt geprägt hat.
Die Videobotschaft wurde von Tsuburaya Productions zum Start der Doku veröffentlicht. Del Toro ist nicht nur als prominenter Fan dabei, sondern tritt auch in THE ORIGIN OF ULTRAMAN selbst auf. In der Dokumentation spricht er mit Hirokazu Koreeda über die Serie und über Episoden, die ihn geprägt haben.
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Mehr InformationenKoreeda, bekannt durch Shoplifters, steht als kreativer Initiator hinter dem Projekt. Regie führten Yu Nakamura und Kazutaka Yoshida. Neben del Toro kommen in der Doku unter anderem Hideo Kojima, Hideaki Anno, Shinji Higuchi, Nicolas Winding Refn, Shannon Tindle und John Aoshima zu Wort. Die zentrale Frage des Films ist denkbar schlicht: Was ist Ultraman?
Die Doku sucht diese Antwort offenbar nicht allein in der Nostalgie. THE ORIGIN OF ULTRAMAN blickt auf die Entstehung des Phänomens, das Design von Ultraman und der Kaiju, die Arbeit von Eiji Tsuburaya und die internationale Wirkung der Figur. Schon die Originalserie wurde 1966 in Japan zu einem Mega-Hit und erreichte in der Spitze eine Quote von 42,8 Prozent.
Für Deutschland nennt Tsuburayas internationale Ankündigung bislang keinen Termin. Wer THE ORIGIN OF ULTRAMAN außerhalb Japans sehen möchte, muss also vorerst auf weitere Informationen warten. Del Toros Botschaft zeigt aber schon jetzt, warum die Doku nicht nur eingefleischte Ultraman-Fans ansprechen dürfte. Sie erzählt auch davon, wie japanische Popkultur Figuren hervorgebracht hat, die Filmemacher auf der ganzen Welt bis heute prägen.

