Das XBOX-Logo zeigt ein X auf einem weißen Ball, darunter steht der Schriftzug XBOX. Der Hintergrund ist schwarz mit einem grünen Schimmer in der Mitte.

Quelle: Microsoft / Xbox

Xbox plant mehr als zwölf Verfilmungen: Auch „Sea of Thieves“ wird zum Realfilm

Nach den Erfolgen von Fallout und Ein Minecraft Film baut Xbox seine Hollywood-Pläne deutlich aus. Destin Daniel Cretton produziert die Verfilmung des Piratenabenteuers.

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Von Ahmet Iscitürk

25.06.2026 - 08:57 Uhr

Microsoft entwickelt derzeit gemeinsam mit verschiedenen Hollywood-Partnern mehr als ein Dutzend Film- und Serienprojekte auf Basis seiner Xbox-Marken. Zu den neu bestätigten Projekten gehört ein Realfilm zu Sea of Thieves. Destin Daniel Cretton, Regisseur von Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021) und Spider-Man: Brand New Day (2026), produziert die Adaption über seine Firma Hisako Films. Wer Regie führt, das Drehbuch schreibt oder vor der Kamera steht, ist bislang nicht bekannt. Auch einen Starttermin gibt es noch nicht.

Was ist Sea of Thieves?

Das von Rare entwickelte Sea of Thieves erschien 2018 und lässt Spielerinnen und Spieler allein oder gemeinsam eine offene Piratenwelt erkunden. Crews steuern ihre Schiffe selbst, suchen Schätze, kämpfen gegen andere Piraten und begegnen Kreaturen wie Kraken oder Megalodons. Das Spiel ist für Xbox, Windows-PC und PlayStation 5 erhältlich und unterstützt plattformübergreifendes Spielen.

Die größte Stärke des Spiels ist zugleich das zentrale Problem der Verfilmung. Sea of Thieves besitzt weder einen festen Hauptcharakter noch eine lineare Handlung. Das Piratenabenteuer lebt von den Geschichten, die seine Spielerinnen und Spieler beim Segeln, Plündern und gegenseitigen Versenken selbst erzeugen. Xbox-Manager Matt Booty bezeichnet deshalb die Community als eigentlichen Protagonisten.

Die Erfolge von Fallout (2024) und Ein Minecraft Film (2025) haben gezeigt, dass Videospielmarken längst ein Publikum weit über die Gaming-Szene hinaus erreichen. Laut Matt Booty gehören zum Xbox-Portfolio mehr als 20 Franchises, die im Laufe ihrer Geschichte jeweils über eine Milliarde US-Dollar erwirtschaftet haben. An bekannten Stoffen herrscht also kein Mangel. Nun sollen mehr davon den Weg zu Film und Fernsehen finden.

„Gears of War“ wird konkret

Die Verfilmung von Gears of War (2006) nimmt konkrete Formen an. Der Netflix-Film wird die Entstehungsgeschichte des Delta Squads beleuchten, einer zusammengewürfelten Einheit, die gegen die Locust um das Überleben der Menschheit kämpft. David Leitch, bekannt für seine Regiearbeit an Actionfilmen wie John Wick und Atomic Blonde, wird den Film inszenieren. Das Drehbuch stammt von Jon Spaihts, dem Autor von Dune. Darüber hinaus entwickelt Netflix eine Animationsserie zur beliebten Spielereihe.

Zu den weiteren bekannten Projekten gehören eine animierte Minecraft-Serie für Netflix, eine Realserie zu Wolfenstein bei Amazon und die bereits gedrehte Realityshow Fallout Shelter. Die zweite Verfilmung von Ein Minecraft Film befindet sich ebenfalls in Produktion. Xbox hält die restlichen Projekte jedoch noch unter Verschluss.

Eine Rückkehr der nach zwei Staffeln abgesetzten Halo-Serie wurde dagegen nicht bestätigt. Booty erklärte lediglich, dass Halo zu den wichtigsten Xbox-Marken gehöre und weiter unterstützt werde. Auch ein gelegentlich ins Spiel gebrachter Animationsfilm zu Candy Crush ist bislang nur eine Idee.

Die Strategie hinter der Offensive ist nachvollziehbar. Erfolgreiche Spiele liefern bekannte Marken, ausgearbeitete Welten und eine Fangemeinde, die Hollywood nicht erst mühsam aufbauen muss.

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